Bilanz nach 22 Monaten "Elterngeld hilft Kleinverdienern"

Fünf Milliarden hat der Bund bisher für das Elterngeld ausgegeben. Die Familienministerin feiert es als großen Erfolg - und bekommt sogar Lob von der SPD.

Von Stefan Braun

Die Bundesregierung hat fast zwei Jahre nach Einführung des Elterngeldes eine positive Bilanz gezogen. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte in Berlin, das Elterngeld habe "alle Erwartungen erfüllt und zum Teil sogar übertroffen".

"Alle Erwartungen erfüllt": Familienministerin Ursula von der Leyen zog im Bundestag eine positive Bilanz des Elterngeldes.

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Es biete den Eltern im ersten Jahr nach der Geburt hohen finanziellen Rückhalt, das gelte vor allem für junge Mütter, die das in dieser Lebensphase besonders bräuchten. Für junge Mütter ersetze es zusammen mit dem Kindergeld mehr als 85 Prozent des Einkommens, das sie vor der Geburt hatten.

"Damit ermöglicht es jungen Familien eine flexible Lebensplanung - ganz nach den Bedürfnissen der Eltern und des Kindes", sagte von der Leyen. In den 22 Monaten seit Einführung des Elterngeldes am 1. Januar 2007 hat der Bund dafür 4.9 Milliarden Euro aufgewendet.

Nach Angaben der Ministerin kommt das Elterngeld bislang vor allem Beziehern von niedrigeren Einkommen zugute, mehr als 50 Prozent hätten zwischen 400 und 1000 Euro des so genannten Einkommensersatzes erhalten. Nur 3,5 Prozent der Antragsteller hätten die Höchstgrenze von 1800 Euro monatlich bezogen. "Das zeigt, dass die Einkommen von jungen Menschen um die 30 Jahre, wenn die ersten Kinder geboren werden, noch gering sind", sagte von der Leyen.

Als Erfolg wertet die Regierung auch die Tatsache, dass sich seit Einführung des Elterngeldes der Anteil der Väter, die zur Betreuung der Kinder eine Pause einlegen, kontinuierlich gestiegen ist. Vor Einführung des Elterngelds lag er bei 3,5 Prozent, inzwischen sind es mehr als 16 Prozent, die Elterngeld beantragen. In diesem Zusammenhang wächst der Wunsch nach mehr Teilzeitarbeit. Laut einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung kombinieren 20 Prozent der Väter den Schritt mit einem Antrag auf Teilzeit.

"Das wird die Einstellung zu Teilzeit verändern", sagte von der Leyen. "Bisher galt Teilzeit als weiblich." Als Beleg für den Erfolg verweist sie auch darauf, dass die Geburtenzahlen erstmals seit zehn Jahren steigen, 2007 waren es 12000 Kinder mehr als 2006.

Von der SPD gab es ebenfalls Lob für das Elterngeld. Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Caren Marks, betonte allerdings mit einem Seitenhieb auf von der Leyen, das sozialdemokratische Konzept des Elterngeldes sei trotz der CDU-Ministerin, nicht wegen ihr zu einem Erfolg geworden.