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Bewerbung für Olympia:Fünf Ringe an Rhein und Ruhr

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Ein Areal, das die Phantasie anregt: Wenn es nach einigen NRW-Politkerin geht, wird 2032 im Dortmunder Westfalenstadion um olympische Medaillen gekickt.

(Foto: Hans Blossey/imago)

Nordrhein-Westfalen malt sich aus, wie es wäre, 2032 die Spiele auszurichten.

Schwimmen auf Schalke, Fechten in der Kölner Messe, Beachvolleyball in den Düsseldorfer Rheinwiesen. Und wie immer Fußball im Dortmunder Westfalenstadion. So malen sich der Event-Manager Michael Mronz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sowie die Oberbürgermeister von 14 Städten die Olympischen Spiele anno 2032 aus. Bei sich zuhause, beheimatet in der "Rhein Ruhr City 2032", einem imaginären Städteverbund, erfunden im Zeichen der Ringe. Aachen und Dortmund, Bonn und Bochum oder gar die ewigen Rivalen Düsseldorf und Köln verbindet sonst wenig. Die Idee jedoch, Olympia an Rhein und Ruhr zu locken, so schworen sie am Mittwoch bei einer Präsentation in Düsseldorf, eine sie alle.

Noch existiert der Plan nur auf grünem Papier. 182 Seiten stark ist die Werbebroschüre, zu der Initiator Mronz hinzufügt, das sei "kein Bewerbungspapier", sondern nur ein "living document". Und lebendig dürfte es noch hergehen. Etwa, wenn sich die 14 Städte bis zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Jahr 2025 verständigen müssen, in welcher Stadt das Olympiastadion für die Leichtathleten stehen soll. Oder in welchem Viertel die Olympioniken ihr Dorf bekommen sollen. Es sind noch allerlei Wetten und Kosten offen, weshalb Olympia-Vordenker Mronz vorerst keine Kalkulation der Spiele an Rhein und Ruhr riskiert. "Aber 80 Prozent der Sportstätten sind heute schon vorhanden", argumentiert er, weshalb die Gesamtkosten der "Rhein Ruhr City 2032" klar unter zehn Milliarden bleiben würden. Mronz malt sich "Spiele im Zeichen der Nachhaltigkeit" aus, ganz im Sinne der neuen IOC-Vorgaben und ohne unnütze Bauruinen zu hinterlassen wie zuletzt in Rio. "Unsere Stadien sind schon jetzt voll", preist Ministerpräsident Armin Laschet den Sportsgeist seines Landes, "und die werden auch danach voll sein."

Laschet wie Mronz versprechen sich von der Bewerbung eine Art Modernisierungsschub für NRW. Das westliche Bundesland muss ohnehin seine vielerorts marode Infrastruktur renovieren, und Olympia solle die Region schneller, höher und weiter bringen bei "Digitalisierung" und "Elektromobilität". Mronz glaubt zudem, im Zeichen der Ringe erwachse dauerhaft "ein neues Wir-Gefühl". Seine "Rhein Ruhr City 2032" mit einem Radius von 63 Kilometern und zehn Millionen Einwohnern sei Europas fünftgrößte Metropolregion, Olympia werde "ein Klima für Innovation" schaffen.

Laschet weiß, dass auch an Rhein und Ruhr viele Bedenkenträger wohnen. Falls die Bürger nach einer Volksabstimmung über Olympia verlangten, so "wird es das ohnehin geben". Ein alternativer Karnevalsverein wollte Laschet für seine Olympia-Begeisterung den Spottorden "Pannekopp" aus Schrott umhängen. Auch das, so versicherte Laschet, habe er "sportlich gelassen" genommen.