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Bestattung von Hugo Chávez:Einbalsamierung des Comandante abgesagt

Handout photo of pallbearers carrying the coffin of Venezuela's late President Hugo Chavez to a hearse prior to a funeral parade in Caracas

Trauerzug für Hugo Chávez: Die Ikone der lateinamerikanischen Linken kann nicht einbalsamiert werden.

(Foto: REUTERS)

Venezuela wollte Hugo Chávez nach den Vorbildern Lenin, Ho Chi Minh und Mao Tse-tung "für die Ewigkeit" einbalsamieren - doch nun muss die Übergangsregierung auf die Prozedur verzichten. Medizinische Experten hatten nach Begutachtung des Leichnams dringend davon abgeraten.

Der Leichnam des verstorbenen venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez wird offenbar doch nicht einbalsamiert. Dies teilte Informationsminister Ernesto Villegas über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: "Die Option, den Körper von Comandante Chávez einzubalsamieren, bleibt nach den Informationen einer russischen Medizinkommission ausgeschlossen", schreibt Villegas. Und weiter: "Die Einbalsamierung, die für viele Landsleute ein Hoffnungsschimmer gewesen wäre, kann nicht stattfinden."

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Zuvor hatte bereits Interims-Präsident Nicolás Maduro von Schwierigkeiten bei dem Verfahren berichtet. Renommierte Experten aus Russland und Deutschland hätten auf die Probleme bei der Einbalsamierung aufmerksam gemacht. "Wir haben ranghohe Wissenschaftler empfangen, die besten der Welt, aus Russland und Deutschland", hatte Maduro bei einer vom Fernsehen übertragenen Veranstaltung gesagt. Deren Einschätzung sei, dass es sehr schwierig werde, die Einbalsamierung vorzunehmen, "weil die Vorbereitungen bereits hätten beginnen müssen und die Entscheidung viel früher hätte fallen müssen".

Kurz nach Chávez' Tod hatte es noch geheißen, der Leichnam werde nach den Vorbildern Lenin, Ho Chi Minh oder Mao Tse-tung "für die Ewigkeit" einbalsamiert. Der Leichnam sollte an der Seite des Nationalhelden Simón Bolívar im nationalen Pantheon ausgestellt werden.

Chavez war in der vergangenen Woche im Alter von 58 Jahren nach langem Leiden an Krebs gestorben. Er hatte das ölreiche Venezuela über 14 Jahre lang mit einer Politik der Umverteilung und Verstaatlichung regiert. Mit seinem Tod verlor die Linke in Südamerika einen ihrer bekanntesten, aber auch umstrittensten Wortführer.

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