BerlinWegner telefonierte am Tag des Stromausfalls nicht vormittags

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) spricht während der Pressekonferenz der Expertenkommission zum großen Stromausfall Anfang des Jahres 2026.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) spricht während der Pressekonferenz der Expertenkommission zum großen Stromausfall Anfang des Jahres 2026. Soeren Stache/dpa
  • Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner telefonierte am 3. Januar vormittags entgegen seiner Behauptung nicht dienstlich zum Stromausfall.
  • Der Tagesspiegel berichtet unter Berufung auf die Senatskanzlei, dass vor 12.45 Uhr kein Telefonat geführt wurde.
  • Opposition und Teile der Regierungskoalition fordern nach den neuen Erkenntnissen Wegners Rücktritt wegen Vertrauensverlust.
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Das berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf die Berliner Senatskanzlei. Damit hätte der Regierende Bürgermeister die Öffentlichkeit getäuscht. Nun werden Rücktrittsforderungen selbst aus der Regierungskoalition laut.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht erneut wegen seiner Kommunikation nach dem großen Stromausfall im Januar unter Druck. Der CDU-Politiker soll nun eingeräumt haben, dass er am 3. Januar vormittags - anders als behauptet - nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert hat. Das berichtete am Mittwoch der Tagesspiegel unter Berufung auf Informationen der Senatskanzlei. Am Morgen, nachdem in Tausenden Berliner Haushalten das Licht ausgegangen war, hat Wegner demnach gar nicht telefoniert. Vor 12.45 Uhr sei kein Telefonat geführt worden. Ein Austausch soll über Textnachrichten stattgefunden haben. Auf dpa-Anfrage äußerte sich die Senatskanzlei nicht weiter dazu.

Der Regierende Bürgermeister hatte zunächst behauptet, er habe am Tag nach dem Blackout seit kurz nach 8 Uhr morgens Telefonate mit Krisenstäben geführt, um Hilfe zu organisieren. Daran kamen jedoch bald Zweifel auf. Wegner war bereits während des tagelangen Stromausfalls in die Kritik geraten, unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos klar, mit welchen Stellen er wann auf welche Weise Kontakt hatte.

Der B.Z. sagte Wegner am 24. März: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen.“ Die Zeitung berichtete damals, Wegner habe vormittags über Textnachrichten mit seinem Stab kommuniziert, erwähnte aber kein dienstliches Telefonat.

Beim Stromausfall in Berlin waren Zehntausende Menschen ohne Strom

In der letzten März-Woche entschuldigte sich Wegner auch im Abgeordnetenhaus für seine Kommunikation, ohne auf die Diskussion über seine Telefonate einzugehen.

Am 3. Januar hatten mutmaßliche Linksextremisten einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke verübt, Folge war der bislang längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. Im Südwesten der Stadt waren 100 000 Menschen teils tagelang ohne Strom.

Kritik nicht nur von Opposition

Nach dem Bericht des Tagesspiegels sagte SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach dem Spiegel über Wegner: „Der menschliche Anstand würde jetzt erfordern, dass er sich zurückzieht. Aber ich fürchte, das werden die Berlinerinnen und Berliner am 20. September übernehmen müssen.“ An jenem Tag ist die Abgeordnetenhauswahl. In Berlin regiert derzeit eine CDU/SPD-Koalition.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch sagte, Wegner habe jedes Vertrauen verloren. „Bei der Wahl im September werden die Berliner*innen daraus ihre Konsequenzen ziehen.“ AfD-Fraktionschefin Kristin Brinker erklärte: „Kai Wegner ist für das Amt des Regierenden Bürgermeisters charakterlich nicht geeignet.“ Die FDP forderte den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters.

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