bedeckt München 10°

Berlin: Proteste gegen Massentierhaltung:"Wir haben es satt!"

Zehntausende Menschen gehen in Berlin gegen Gentechnik und Massentierhaltung auf die Straße. Im Dioxin-Skandal rückt indes eine niederländische Firma ins Visier der Ermittler.

In Bildern

12 Bilder

Tausende demonstrieren in Berlin fuer Oeko-Landwirtschaft

Quelle: dapd

1 / 12

Zehntausende Menschen gehen in Berlin gegen Gentechnik und Massentierhaltung auf die Straße. Im Dioxin-Skandal rückt indes ein niederländisches Firma ins Visier der Ermittler.

Ein breites Bündnis von Bauern, Umweltschützern und Verbrauchern hatte zu den Protesten aufgerufen - 22.000 Demonstranten kamen nach Angaben der Veranstalter. Andere Beobachter gingen von etwa 10.000 Menschen aus.

Demo für Öko-Landwirtschaft

Quelle: dpa

2 / 12

Angeführt von etwa 80 Traktoren zogen sie vom Hauptbahnhof (im Hintergrund) durch das Regierungsviertel zum Brandenburger Tor, wo am Nachmittag eine Abschlusskundgebung begann.

Demo für Öko-Landwirtschaft

Quelle: dpa

3 / 12

Aus dem ganzen Bundesgebiet reisten die Teilnehmer an. Bauern und Imker in Arbeitskleidung, thematisch dekorierte Wagen und Musikorchester nahmen an dem Demonstrationszug teil.

Demo für Öko-Landwirtschaft

Quelle: dpa

4 / 12

Der Protestmarsch stand unter dem Motto "Wir haben es satt! Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten".

Anti-Agro Industry Demonstration

Quelle: Getty Images

5 / 12

Über der Menschenmenge schwebte ein Meer von Luftballons und bunten Transparenten. Darauf waren Slogans zu lesen wie "Blütenvielfalt statt Agrarwüsten".

Demo für Öko-Landwirtschaft

Quelle: dpa

6 / 12

Begleitet wurden die Demonstranten von mehreren Sambatrommlern und von einem "Küchenprotestorchester", das mit Kochtöpfen und Pfannen für Lärm sorgte.

Anti-Agro Industry Demonstration

Quelle: Getty Images

7 / 12

Auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor wurde als Konsequenz aus dem Dioxin- und anderen Lebensmittelskandalen gefordert, Bundesregierung und EU sollten statt Agrarfabriken die bäuerliche Landwirtschaft fördern.

Demo für Öko-Landwirtschaft

Quelle: dpa

8 / 12

Für die Veranstalter erklärte Campact-Geschäftsführer Felix Kolb: "Die Bevölkerung will ein Ende der industriehörigen Landwirtschafts- und Lebensmittelpolitik."

Demo für Öko-Landwirtschaft

Quelle: dpa

9 / 12

Strengere Lebensmittelkontrollen alleine reichten nicht aus, sagte der Redner. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) müsse eine echte EU-Agrarreform und den Ausstieg aus der Massentierhaltung voranbringen.

Anti-Agro Industry Demonstration

Quelle: Getty Images

10 / 12

"Der aktuelle Dioxin-Skandal macht den Reformstau in der Landwirtschaftspolitik schlagartig deutlich", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in seiner Rede. Ohne eine grundlegende Agrarreform in Europa werde die Bundesregierung "schon beim nächsten Lebensmittelskandal wieder ins Schlingern" geraten.

Bauernprotest bei der Grünen Woche

Quelle: dpa

11 / 12

Am Berliner Messegelände, wo derzeit die "Grüne Woche" stattfindet, übergaben Teilnehmer der Proteste eine Resolution an Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums (re. Staatsekretär Robert Kloos).

Anti-Agro Industry Demonstration

Quelle: Getty Images

12 / 12

Während in Berlin demonstriert wurde - hier ein Spiegelbild auf der Glasfassade eines Bürogebäudes - wurde bekannt, dass im Dioxin-Skandal ein niederländische Zwischenhändler ins Visier der Ermittler gerückt ist.

Ein Rotterdamer Unternehmen hatte Mitte November belastete Mischfettsäure aus einer Biodieselraffinerie in Emden an die schleswig-holsteinische Futterfettfirma Harles und Jentzsch geliefert, die im Mittelpunkt des Dioxin-Skandals steht. Nach Informationen des Spiegel war die Ware aber lediglich als "Technische Mischfettsäure auf pflanzlicher Basis Typ 5359" deklariert worden. Der wichtige Hinweis "Nicht für Futtermittel geeignet" habe gefehlt. Die Ermittler müssten nun prüfen, ob die unvollständigen Angaben auf Unachtsamkeit beruhen oder dazu dienten, die Fettpanscherei legal erscheinen zu lassen.

© AFP/dapd/dpa/kat/leja
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema