65 Jahre nach Beginn des Mauerbaus soll ein temporärer Gedenkort am Brandenburger Tor in Berlin an die deutsch-deutsche Grenze erinnern. Vom 13. bis 16. August ist dort eine 30 Meter lange und fast drei Meter hohe Installation geplant, die optisch der Mauer ähneln soll, teilte die Stiftung Berliner Mauer mit. Es sei allerdings ausdrücklich keine Rekonstruktion. Parallel dazu soll am Brandenburger Tor im selben Zeitraum die Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ mit historischen Fotografien öffnen, die den Alltag in der geteilten Stadt dokumentierten. Die Ausstellung biete neben heimlich aufgenommenen Bildern von der östlichen Seite auch touristische und journalistische Perspektiven sowie den Blick westlicher Einsatzkräfte auf die Mauer.
Auch die Debatte über den historischen Blick auf die DDR dürfte zu diesem Jahrestag noch einmal neu aufleben. Konflikte zwischen Ost- und Westdeutschen etwa werden aus Sicht von FDP-Vizechefin Linda Teuteberg künstlich geschürt. „Es gibt eine Ressentimentpolitik, ursprünglich von der PDS als vermeintlich einziger Anwältin der Ostdeutschen in den 1990er-Jahren und heute auch von der AfD“, sagte die frühere Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur.
Auch die Ursachen der ungleichen Vermögensverhältnisse in Ost und West lägen zum Teil vor 1990, sagte die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende. „Durch 40 Jahre Sozialismus gab es weniger Möglichkeiten, Vermögen zu bilden. Das hat Nachwirkungen, aber wir dürfen nicht Ursache und Wirkung verwechseln.“ Die politischen Ränder links und rechts nutzten das „für ihre heutigen politischen Zwecke“ aus. „Der SED-Staat war eine Diktatur und ein großes Gefängnis“, sagte sie. „Der Jahrestag des Mauerbaus ist Anlass, sich daran zu erinnern, wie wertvoll Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie sind. Und all jenen zu widersprechen, die den fundamentalen Unterschied zwischen einem demokratischen Rechtsstaat und einer totalitären Diktatur systematisch verwischen wollen.“
Außer dem temporären Gedenkort sind in Berlin an weiteren Plätzen der Stadt Aktionen geplant. So sind laut Stiftung Plakate und Infotexte entlang einiger S-Bahn-Stationen angebracht, die auf die Geschichte von früheren Grenz- und Geisterbahnhöfen und Berlins Teilung im Untergrund aufmerksam machen. Zudem finden demnach an vielen Orten Führungen, Konzerte und Lesungen zum Thema statt. Das genaue Programm werde am 12. August vorgestellt – einen Tag vor dem Jahrestag des 13. August 1961, an dem die DDR-Regierung die Grenze zu West-Berlin abriegelte.

