bedeckt München 31°

Berlin:Verletzte bei Angriff auf ZDF-Kamerateam der "heute-show"

1. Mai in Berlin - Übergriff auf Kamerateam

Die Ausrüstung des Kamerateams liegt nach einem Übergriff zwischen Alexanderplatz und Hackescher Markt auf dem Boden.

(Foto: dpa)

Mehrere Menschen sollen verletzt worden sein, sechs Personen festgenommen. Der Deutsche Journalistenverband spricht von einem Angriff auf die Pressefreiheit. Die Hintergründe sind unklar.

Nach dem Angriff auf ein Kamerateam der ZDF-Satiresendung "heute-show" am Mai-Feiertag in Berlin ermittelt nun der Staatsschutz. Das sagte Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Samstag im RBB-Inforadio. Zu weiteren Erkenntnissen, etwa dem politischen Hintergrund der Täter, wollte sie sich wegen der laufenden Ermittlungen zunächst nicht äußern. "Das war ein durchaus wirklich feiger Angriff", sagte Slowik.

Ein Kamerateam der ZDF-Satiresendung ist am ersten Mai in Berlin-Mitte angegriffen worden. Vier Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen verletzt ins Krankenhaus gebracht, wie Polizeisprecherin Sara Dieng am Freitag sagte. Sechs Menschen wurden demnach festgenommen, die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten in der Nacht zum Samstag noch an. Wie die "heute-show" bei Twitter schrieb, begleitete der Kabarettist und Komiker Abdelkarim das Team als Reporter. Er sei unverletzt geblieben. "Wir sind schwer betroffen und wünschen den Kollegen eine schnelle Genesung".

Das ZDF erklärte: "Das Team, das im Auftrag des ZDF unterwegs war, war nach Dreharbeiten auf dem Weg zu seinen Fahrzeugen. Dabei erfolgte der Angriff. Weitere Details sind noch nicht bekannt." Die Polizei hatte zunächst auf Grundlage erster Erkenntnisse erklärt, es sei zu einem körperlichen Übergriff auf das Kamerateam mit insgesamt sieben Personen gekommen. Sie seien von einer etwa 15-köpfigen Personengruppe angegriffen worden.

Ein Alarmsignal für die politisch Verantwortlichen

Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands, Frank Überall, sagte: "Das war ein feiger und durch nichts zu rechtfertigender Überfall auf Journalisten, die ihrer Aufgabe der Berichterstattung nachgekommen sind. Ich hoffe, dass die Attacke gründlich aufgeklärt wird und die Täter juristisch zur Verantwortung gezogen werden." Es handele sich um einen Angriff auf die Pressefreiheit. Ähnlich hatte zuvor ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler den Angriff verurteilt. "Die Pressefreiheit ist - gerade in diesen Tagen - ein hohes Gut. Unsere Sorge gilt nun jedoch zuallererst den Teammitgliedern und ihrer Gesundheit."

Auch die Redakteursausschüsse von ARD, ZDF und Deutschlandradio reagierten in einer Mitteilung. "Unsere Reporterteams sind weltweit unterwegs, um die Menschen über Ereignisse und Entwicklungen zu informieren. Auch Satiresendungen wie die heute-show gehören zum Auftrag der Meinungsbildung", stellten sie klar. Die Bundesgeschäftsführerin der Journalisten-Gewerkschaft dju, Cornelia Berger, sprach angesichts des Angriffs von einem "Alarmsignal auch für die politisch Verantwortlichen".

© Sz.de/dpa/mpu
Feuerkrater Gaskrater Krater von Derweze Darwaza Tor zur Hölle Wüste Karakum Dashoguz Turkme

SZ Plus
Journalismus unter Zensur
:Das Tor zur Hölle

Turkmenistan belegt im Ranking der Pressefreiheit regelmäßig einen der letzten Plätze. Für Journalisten bedeutet das vor allem eines - sie leben gefährlich.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite