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Verdacht auf Anschlag:IS-Flagge bei beschädigter Oberleitung entdeckt

S-Bahn Berlin-Karlshorst

An einer Bahntrasse in Berlin-Karlshorst ist eine IS-Flagge gefunden worden (Archivbild)

(Foto: dpa)
  • In Berlin sind in der Nähe einer beschädigten Oberleitung bei der Bahn eine IS-Flagge und Schriftstücke mit arabischen Zeichen gefunden worden.
  • Der Staatsschutz prüft einen politischen Hintergrund. Möglicherweise gibt es auch eine Verbindung nach Bayern.
  • Dort hatten Unbekannte ein Stahlseil über eine ICE-Trasse gespannt und mit einem Bekennerschreiben versucht, einen IS-Bezug herzustellen.

In Berlin ist möglicherweise ein Anschlag auf einen Zug versucht worden. Nach einem Oberleitungsschaden an einer Bahnstrecke in Lichtenberg haben Polizeibeamte eine Flagge der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie Schriftstücke mit arabischen Zeichen gefunden. Es werde geprüft, ob es zwischen den gefundenen Gegenständen und dem Oberleitungsschaden eine Verbindung gibt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Kriminaltechniker stellten "mehrere Beweismittel" sicher, darunter die IS-Flagge, einen Wurfanker und etwa 60 Flugblätter, berichtet die B.Z. in Berlin.

Zwischen dem Bahnhof Karlshorst und dem S-Bahnhof Wuhlheide waren am Sonntag ein gerissenes Halteseil und ein beschädigtes Versorgungskabel entdeckt werden. Es handelte sich laut Polizei um einen "gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr". Der Staatsschutz prüft demnach "eine politische Tatmotivation".

Ähnlichkeit mit Vorfall in Bayern

Die Ermittler prüfen auch einen "eventuellen Bezug" zu dem "gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr" Anfang Oktober in Bayern. Unbekannte hatten ein Stahlseil über die ICE-Trasse im mittelfränkischen Allersberg nahe Nürnberg gespannt. Ein ICE auf dem Weg von Dortmund nach München zerriss das Seil, lediglich die Frontscheibe wurde beschädigt. Fahrgäste kamen nicht zu Schaden. Nach Angaben der dortigen Ermittler hätten keine Menschen im ICE verletzt oder getötet werden können.

In einem Bekennerschreiben wurde laut Generalstaatsanwaltschaft München und dem bayerischen Landeskriminalamt eine Drohung gegen den europäischen Bahnverkehr ausgesprochen. Es handelte sich dabei aber lediglich um abstrakte Drohungen. Konkrete Drohungen gebe es nicht, erklärten die Behörden Anfang November. Es seien bisher auch keinerlei gleichartige oder ähnliche Manipulationen an Bahnstrecken in Deutschland festgestellt worden.

Ein Ermittler sagte damals dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), der versuchte Anschlag habe womöglich einen rechtsextremen Hintergrund. Auch in Bayern wurden damals Zettel mit arabischen Schriftzeichen in der Nähe der Trasse und weitere Flugblätter ähnlichen Inhalts gefunden. Allerdings hätten die Texte aus einschlägig bekannten Internetforen gestammt, seien frei verfügbar und könnten leicht von jedem anderen verwendet werden. Möglich sei, dass diese Schreiben verwendet wurden, um eine Verbindung zur islamistischen Szene vorzutäuschen.

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