Berlin (dpa/bb) - Die Debatte um die Landung von „Rosinenbombern“ zum 70. Luftbrücken-Jubiläum in Berlin-Tempelhof ist noch nicht vom Tisch. Der AfD-Parlamentarier Frank-Christian Hansel sagte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus, er unterstütze die Ankündigung eines Vereins, einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Luftfahrtbehörde stellen zu wollen. Ein parlamentarischer Vorstoß der AfD, die auch den Senat zu derartigen Aktivitäten aufrufen wollte, fand indes keine Mehrheit.
Kritik kam von Abgeordneten der rot-rot-grünen Regierungsfraktionen. Der SPD-Verkehrspolitiker Tino Schopf kritisierte die Pläne zur Landung von Fliegern als „PR-Kampagne“. Das Vorhaben sei kaum realisierbar. Der Linken-Abgeordnete Harald Wolf sagte, der Senat würdige das Jubiläum mit den geplanten Feierlichkeiten am Platz der Luftbrücke bereits angemessen. Wolf äußerte Verwunderung darüber, dass die Anträge wenige Wochen vor dem Jubiläum noch nicht vorlägen.
Während der Blockade West-Berlins zwischen Juni 1948 und Mai 1949 versorgten die Flugzeuge den Teil der Stadt mit Gütern. Unter anderem der Verein Luftbrücke Berlin 70 will im Juni mit Original-Maschinen in Berlin und anderen deutschen Städten an die historische Hilfsaktion erinnern. Bisher ist laut Verein nur der Flug über innerstädtische Gebiete wie dem ehemaligen Flughafen und dem Brandenburger Tor genehmigt. Die Stadt feiert das Ende der Luftbrücke vor 70 Jahren mit einem Fest auf dem früheren Flughafen Tempelhof am 12. Mai.