Benedikt XV. Der Papst, der versöhnen wollte

Das neue Oberhaupt der katholischen Kirche, Joseph Ratzinger, hat für sein Amt den Namen Benedikt XVI. angenommen. Wer war sein Namensvorgänger?

Benedikt XV., ursprünglich Giacomo della Chiesa, war von 1914 bis 1922 Papst. Gewählt wurde er unmittelbar nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Nachfolger des konservativen Pius X. Er orientierte sich freilich an dessen Vorgänger, dem etwas aufgeschlosseneren Leo XIII., der die erste Sozialenzyklika Rerum Novarum verfasst hatte.

Benedikt XV.

(Foto: Foto: Vatikan)

Benedikt XV. wollte Frieden schließen - sowohl in der Kirche als auch in der Politik. So versuchte er, bei den Katholiken die Lager der Traditionalisten und Modernisten näher zusammenzubringen.

Im Ersten Weltkrieg sandte er wiederholt Friedensappelle an die beteiligten Nationen. In seiner Note vom l. August 1917 "Des le debüt" klagte er: "Heute kann niemand sich eine Vorstellung davon machen, wie an Zahl und Härte die Leiden aller wachsen, wenn noch weitere Monate oder, was noch schlimmer wäre, weitere Jahre zu diesem blutigen Triennium hinzukämen. Soll denn die zivilisierte Welt nur mehr ein Leichenfeld sein? Soll das ruhmreiche und blühende Europa, wie von einem allgemeinen Wahnsinn fortgerissen, in den Abgrund rennen und Hand an sich selbst legen zum Selbstmord?"

Auch nach dem Krieg setzte er sich für Versöhnung ein: Er forderte in seiner Enzyklika "Pacem Dei munus pulcherrimum", dass die Siegermächte einen Frieden schließen sollten, der nicht bereits die Keime neuen Hasses beherbe.

Er starb mit 67 Jahren am 22. Januar 1922.