Flucht vor Lukaschenko:"Ich habe keine Angst mehr, die Wahrheit zu sagen"

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Erst war es nur ein Streit mit ihren Trainern, dann eine Konfrontation mit Lukaschenko selbst: Kristina Timanowskaja war sich der Tragweite des Konfliktes lange nicht bewusst. (Foto: Lech Sochacki/picture alliance/dpa/Sputnik)

Als die Sprinterin Kristina Timanowskaja in Tokio erkannte, dass sie nicht mehr in ihre Heimat Belarus zurück kann, bot Polen ihr Asyl an. Jetzt lebt sie in Warschau, umringt von Personenschützern. Von der Unfreiheit eines Freiheitssymbols - ein Besuch.

Von Florian Hassel und Sonja Zekri, Warschau

Manche nennen sie ein "Symbol der Freiheit", aber sehr frei fühlt sie sich eigentlich nicht. Letztens hat sie es immerhin zum Optiker geschafft. Bei sechs Personenschützern vor dem Laden kann man nicht gerade von einem entspannten Einkaufserlebnis sprechen. Aber immerhin hat Kristina Timanowskaja jetzt neue Kontaktlinsen. Ohne Bewachung, sagt sie, würde sie sich in Warschau gar nicht aus dem Haus wagen. "Wenn ich dich erwische, schlitze ich dir den Bauch auf" - solche Nachrichten bekommt sie, seit sie bei den Olympischen Spielen in Tokio vor dem Lukaschenko-Regime geflohen ist, solche Drohungen begleiten den Start in ihrer neuen polnischen Heimat.

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