Abends wird es still, dann ist Flüsterzeit. Wenn Swetlana Tichanowskaja ihrer Tochter vor dem Schlafengehen etwas vorliest, wenn sie noch Fotos von ihrem Mann anschauen, die neben den Kinderzeichnungen an der Wand hängen. "Tschp, tschp, tschp", macht Tichanowskaja jetzt leise ihr eigens Wispern nach, wie sie ihre Köpfe zusammenstecken und sich an Badeausflüge erinnern, wann sie sich wohl wiedersehen, alle zusammen - eines Tages.
BelarusVergesst uns nicht
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Für Swetlana Tichanowskaja ging es schon immer um viel. Um ihr Land, ihren Mann, die Zukunft ihrer Kinder. Aber seit dem Ukraine-Krieg geht es noch um viel mehr. Darum, dass die Welt Belarus nicht vergisst. Nun bekommen sie und zwei andere Bürgerrechtlerinnen aus Belarus den Internationalen Karlspreis.
Von Frank Nienhuysen, Vilnius/Berlin
