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Demonstrationen gegen Lukaschenko:Viele Festnahmen bei Protesten in Belarus

Proteste in Belarus

Sonntag ist Demonstrations-Tag. Mehrere Wochen in Folge schon geht die Opposition zu Zehntausenden auf die Straße.

(Foto: dpa)

Zehntausende gehen erneut gegen Präsident Lukaschenko auf die Straße. Die Polizei hatte sich mit schwerem Gerät in Stellung gebracht.

Bei den Massenprotesten in Belarus gegen den autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko hat die Polizei abermals viele Menschen festgenommen. Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten vorgingen und sie in Polizeibusse zerrten. Vor allem Männer wurden abgeführt. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach von mehr als 70 Festnahmen, das Innenministerium zunächst von weniger.

Hartes Vorgehen in Brest und Grodno, Zurückhaltung in Minsk

Aus den Städten Brest und Grodno gab es Berichte, dass schwarz gekleidete Uniformierte Demonstrationen auflösten und viele Menschen festnahmen. Dagegen schritten die Uniformierten in der Hauptstadt Minsk zunächst nur vereinzelt ein. Dort gab es am Nachmittag die größten Proteste.

Zehntausende Menschen waren Beobachtern zufolge unterwegs. In anderen Berichten war von mehr als 100 000 Teilnehmern die Rede. Uniformierte hinderten Menschen mit Geländewagen, die an der vorderen Stoßstange hohe Metallgitter hatten, ins Zentrum vorzudringen. Auch Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht. Demonstranten berichteten in einem Nachrichtenkanal im Messenger-Dienst Telegram von Internetstörungen.

Polizei sichert mit Stacheldraht

Viele Menschen zogen zum Palast der Unabhängigkeit in einem anderen Stadtteil, dem Sitz Lukaschenkos. Allein dort seien Zehntausende Menschen gewesen, berichtete das unabhängige Portal tut.by. Die Polizei sicherte das Gelände etwa mit Stacheldraht ab. Bei den Protesten trat auch die Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa auf.

Der Sonntag ist für die Opposition der wichtigste Tag für Aktionen gegen den autoritären Präsidenten. Vor einer Woche beteiligten sich Zehntausende an den Protesten. An den Sonntag zuvor waren es mehr als 100 000 Menschen.

© SZ.de/dpa/pram

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