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Proteste in Belarus:Eine neue Komponente der Gewalt

Bisher ließen die Einsatzkräfte Frauen, die gegen Lukaschenko demonstrieren, meist unbehelligt. Das hat sich nun geändert. Bilder von einem gewalttätigen Wochenende in Minsk.

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Quelle: AFP

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Mehr als 250 Menschen sind am Sonntag bei den neuen Massenprotesten in Minsk gegen den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko festgenommen worden. Das teilte das Innenministerium in der Hauptstadt mit. Auch in anderen Städten des Landes gab es Proteste.

Proteste in Belarus

Quelle: dpa

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Insgesamt beteiligten sich allein in Minsk Zehntausende Menschen - ungeachtet des Demonstrationsverbots.

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Quelle: AFP

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Die Menschen seien wegen Teilnahme an einer nicht genehmigten Massenveranstaltung und wegen des Tragens unerlaubter Symbole in Gewahrsam gekommen, hieß es. Viele Menschen trugen die historische weiß-rot-weiße Flagge von Belarus, die zu einem Wahrzeichen der Demokratiebewegung geworden ist. In Minsk bezog ein Großaufgebot von Polizei und Armee Stellung.

MINSK, BELARUS - SEPTEMBER 13, 2020: Law enforcement officers detain a woman during the March of Heroes opposition even

Quelle: imago images/ITAR-TASS

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Die Demokratiebewegung hatte diesmal zu einem "Marsch der Helden" aufgerufen, der auch der inhaftierten Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa gewidmet sein sollte. Seit der Wahl vor mehr als einem Monat kommt es täglich im ganzen Land zu Protestaktionen.

MINSK, BELARUS - SEPTEMBER 12, 2020: Law enforcement officers detain protesters in Svobody Independence Square during a

Quelle: imago images/ITAR-TASS

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Bei den traditionell am Samstag organisierten Frauenprotesten gingen maskierte Uniformierte ohne Erkennungszeichen mit brutaler Gewalt gegen Demonstrantinnen vor. Es gab mehr als 100 Festnahmen.

MINSK, BELARUS - SEPTEMBER 12, 2020: Law enforcement officers block Svobody Freedom Square during a women s rally. Sinc

Quelle: imago images/ITAR-TASS

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Zu Tausenden hatten am Samstag Frauen in Minsk friedlich gegen Staatschef Lukaschenko demonstriert.

MINSK, BELARUS - SEPTEMBER 12, 2020: Protesters with red and white flags and umbrellas take part in Women s March in su

Quelle: imago images/ITAR-TASS

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Auch am Samstag hatten die Protestierenden Fahnen und Regenschirme in rot und weiß dabei, den Farben der Opposition. Die offiziellen Farbes des Landes sind rot und grün.

MINSK, BELARUS - SEPTEMBER 12, 2020: Protesters scuffle with a plain clothes law enforcement officer at Svobody Indepen

Quelle: imago images/ITAR-TASS

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Die Kundgebungen der Kritikerinnen und Kritiker von Lukaschenko werden prinzipiell nicht genehmigt. Der Frauen-Protest richtete sich vor allem gegen die Inhaftierung der Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa. "Gebt uns unsere Mascha zurück", skandierten die Frauen. Zuletzt gerieten aber auch sie ins Visier der Einsatzkräfte, bisher waren bei Demonstrationen vor allem Männer festgenommen worden. Die Polizei hatte am Samstag eindringlich vor einer Teilnahme gewarnt.

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Quelle: AFP

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Vermummte Männer in Uniform kesselten die Frauen am Platz der Freiheit in Minsk ein, packten sie hart an und steckten sie in Gefangenentransporter.

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Quelle: AFP

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Ein vermummter Polizist führt eine weinende Demonstrantin ab. Die Frauen waren völlig friedlich, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa vom Ort des Geschehens berichtete. Vielen Frauen gelang es, anschließend den Protestmarsch fortzusetzen.

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Quelle: TUT.BY/AFP

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Lukaschenko hatte die Spitzenposten im Sicherheitsapparat zuletzt neu besetzt und gefordert, härter gegen nicht genehmigte Proteste vorzugehen.

MINSK, BELARUS - SEPTEMBER 12, 2020: Protesters with red and white flags take part in Women s March in support of oppos

Quelle: imago images/ITAR-TASS

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Bundesaußenminister Heiko Maas hat den gewaltfrei protestierenden Menschen seinen Respekt ausgesprochen. "Die vielen friedlichen Demonstranten und vor allem Demonstrantinnen beweisen tagtäglich, dass eine Lösung auf dem Gesprächsweg noch immer möglich ist", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). "Angesichts der massiven Unterdrückung so viel Haltung, Mut und Würde zu zeigen - das verdient allergrößten Respekt."

© SZ.de/dpa/mpu/sekr

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