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Baustelle Flughafen Berlin-Brandenburg:LKA greift mutmaßlich islamistischen Arbeiter auf

An der Baustelle des Hauptstadtflughafens ist ein mutmaßlicher Islamist aufgegriffen worden. Das bestätigte das brandenburgische Innenministerium. Einem Bericht zufolge hatte der Mann an der Zugangskontrolle des Areals gearbeitet. Das Landeskriminalamt sieht Anlass zur Sorge, dass er an Vorbereitungen für einen Anschlag beteiligt sein könnte.

An der Baustelle des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg (BER) ist Anfang August ein illegal beschäftigter junger Mann aus dem islamistischen Spektrum aufgegriffen worden. Das bestätigte das brandenburgische Innenministerium.

Bei einer Kontrolle der Sicherheitsbehörden Berlins und Brandenburgs in Abstimmung mit dem Zoll wurden demnach 20 Personen gestellt. Unter diesen sei auch "eine in Berlin wohnhafte Person des islamistischen Spektrums, [...] die vor Ort für einen Sicherheitsdienst tätig war". Der Mann sei mittlerweile jedoch nicht mehr an der Baustelle beschäftigt.

Der Stern hatte zuvor berichtet, dass ein mutmaßlich gefährlicher Islamist an der Zugangskontrolle der Flughafen-Baustelle gearbeitet habe. Das Magazin beruft sich dabei auf einen Bericht des Staatsschutzes des Brandenburger Landeskriminalamtes (LKA). Demnach war unter den aufgegriffenen Personen auch der 21-jährige Florian L. Der vor einigen Jahren zum Islam konvertierte Mann werde seit dem 20. Juli vom LKA Berlin als "Gefährder im islamistischen Spektrum" geführt. Jüngst sei L. laut Polizeierkenntnissen mit zwei Männern im engen Kontakt gewesen, die mit Sprengstoffanschlägen oder deren Vorbereitung aufgefallen waren, berichtete das Magazin.

Das Landeskriminalamt Brandenburg sehe "Anlass zur Sorge", dass er selbst "an Vorbereitungshandlungen zu einem Sprengstoffanschlag beteiligt sein" könnte. Ob er einen Anschlag auf dem Flughafen plante, ist allerdings unklar. "Eine Bewertung, ob die illegale Arbeitsaufnahme nur dem Gelderwerb diente oder im Zusammenhang mit der Vorbereitung von terroristischen Straftaten steht", könne "aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse nicht abschließend vorgenommen werden", heißt es dem Bericht zufolge in dem Brandenburger LKA-Report.

Berliner Innensenator nimmt Vorgang "sehr ernst"

"Für Berlin können wir festhalten, dass die Berliner Polizei mit ihren Informationen einen erheblichen Beitrag zu dieser Aufdeckung geleistet hat", teilte der Sprecher von Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU), Stefan Sukale, mit. Es handele sich um einen Vorgang, "den wir sehr ernst nehmen".

Dem Tagesspiegel zufolge handelt es sich bei Florian L. um den Mitstreiter einer Führungsfigur der salafistischen Szene. L. sei als Assistent für Reda S. tätig, der von Berlin aus das "Islamistische Nachrichten- und Informationszentrum Al Risalah" betreibt. Gegen S. haben amerikanische Sicherheitsbehörden mehrere Jahre ermittelt.

Der Flughafen Berlin-Brandenburg bestätigte, dass "illegal beschäftigte Personen" aufgegriffen wurden. Diese seien für ein "Nach-Nachunternehmen der Firma Securitas mit Objektschutz-Aufgaben im öffentlich zugänglichen Bereich an den Baustellencontainern betraut" gewesen. Die Betreffenden hätten weder eine Zutrittsberechtigung zur Baustelle noch einen Flughafensicherheitsausweis besessen.

Die Flughafen-GmbH hob hervor, dass die Kontrolle außerhalb des Baustellengeländes "und damit außerhalb des zukünftigen BER-Luftsicherheitsbereiches" stattgefunden habe.