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Barack Obama:The President's Speeches

Er ist ein begnadeter Redner: Während er im Wahlkampf Optimismus verbreitete, muss sich Barack Obama nun immer häufiger um Schadensbegrenzung bemühen und seine Politik rechtfertigen.

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Möglicher US-Senator aus Kenia

Quelle: dpa/dpaweb

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Boston, Oktober 2004

Bis zum Parteitag der Demokraten im Jahr 2004 war Barack Obama höchstens Insidern aus Washington bekannt. Doch in Boston stiehlt der Senator aus Illinois sogar John Kerry, dem Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, die Show. In einer enthusiastischen Rede ruft Obama die Amerikaner zur Einheit auf. "Es gibt kein linkes Amerika. Es gibt kein rechtes Amerika. Es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika", verkündet er und ernet tosenden Applaus der Delegierten. Im Anschluss an die Rede wird ihm von der Presse prophezeit, dass er es möglicherweise bis "ganz oben" schaffen kann.

Jahresrückblick - Obama in Berlin

Quelle: dpa

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Berlin, im Juli 2008

Nachdem er sich bei den Vorwahlen gegen seine schärfste Kandidatin Hillary Clinton durchgesetzt hat, reist Obama nach Berlin, um vor 200.000 Menschen eine Grundsatzrede zur Weltpolitik zu halten. Dass die US-Präsidenten John F. Kennedy ("Ich bin ein Berliner") und Ronald Reagan ("Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein") berühmte Reden in der einst geteilten deutschen Hauptstadt hielten, war dem Wahlkampfteam des demokratischen Kandidaten sicher bewusst. "Jetzt ist die Zeit, neue Brücken zu bauen", ruft Obama in Berlin und fordert eine neue transatlantische Partnerschaft. Gemeinsam müssten die USA und Europa Iran dazu bringen von seinen Nuklearplänen abzusehen. Auch der Kampf gegen Probleme wie Terrorismus und den Klimawandel könne nur gelingen, wenn man global zusammen arbeite. Die Menschen an der Siegessäule reagieren auf Obamas Rede mit Sprechchören, Jubel und "Yes we can"-Rufen.

Barack Obama, Michelle Obama

Quelle: AP

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Washington, im Januar 2009

Fast zwei Millionen Menschen harren vor dem Kapitol in eisiger Kälte aus, um die Amtsantrittsrede des ersten schwarzen Präsidenten der USA zu hören. In seiner Rede benennt Obama nicht nur die Probleme vor denen seine Nation und die Welt  stehen - Kriege in Irak und Afghanisten, Wirtschaftskrise und globaler Klimawandel. Obama macht auch Mut, dass Amerika erneuert werden kann. "Wir werden Straßen und Brücken bauen, elektrische Netze und digitale Leitungen, die unseren Handel voranbringen und uns verbinden", sagt er.

Obama wirbt für eine atomwaffenfreie Welt in Prag

Quelle: dpa

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Prag, im April 2009

Vor Tausenden begeisterten Zuhörern wirbt Barack Obama mit geballten Fäusten für die Vision einer atomwaffenfreien Welt. "Zusammen können wir das schaffen", ruft er unter dem Jubel der Menschen auf dem Platz vor der Prager Burg. Der US-Präsident kündigt an, er werde mit Russland über die nukleare Abrüstung verhandeln. Außerdem spricht sich Obama dafür aus, die Herstellung kernwaffenfähigen Materials zu untersagen. Bei allem Idealismus bleibt Obama dennoch realistisch: Er gehe nicht davon aus, dass das Ziel einer atomwaffenfreien Welt schnell erreicht werden könne. "Vielleicht nicht mal zu meinen Lebzeiten", sagt er.

Barack Obama

Quelle: AP

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Kairo, im Juni 2009

In seiner Rede an der Kairo-Universität verspricht Obama der islamischen Welt einen neuen Anfang in den Beziehungen zum Westen. Der Kreislauf von Verdächtigungen und Zwietracht müsse durchbrochen werden, fordert Obama. Außerdem will er gegen negative Vorurteile gegenüber dem Islam kämpfen. Aus dem Publikum tönen Zwischenrufe wie "We love you". Von solchen Reaktionen konnte sein Vorgänger George W. Bush nur träumen.

U.S. President Obama delivers a speech on healthcare before a joint session of Congress in Washington

Quelle: REUTERS

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Washington, im September 2009

Aus den Reihen der Republikaner muss sich Obama bei seiner Rede zur Gesundheitsreform Buhrufe gefallen lassen. Von seinem Standpunkt rückt er trotzdem nicht ab. Er verstehe die Not der Unversicherten, die immer nur einen Unfall vom Ruin entfernt seien. Die USA seien die einzige Nation, die ihren Bürgern so etwas zumute, ruft er. Das Gesundheitssystem müsse reformiert werden. "Ich bin nicht der erste Präsident mit diesem Anliegen, aber ich bin entschlossen, der letzte zu sein", sagt Obama.

Barack Obama,

Quelle: AP

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Oslo, im Dezember 2009

In seiner Rede zur Verleihung des Nobelpreises geht Obama offen mit der Kontroverse um, die diese Ehrung hervorgerufen hat. "Im Vergleich mit früheren Preisträgern sind meine Errungenschaften sehr gering", gibt er zu.  Es gäbe sicher andere, die den Preis mehr verdient hätten.

Dass er eine Woche vor der Zeremonie das Kontingent in Afghanistan um 30.000 Soldaten aufgestockt hatte, hatte internationale Kritik ausgelöst. Als Staatsoberhaupt, das geschworen hat, sein Land zu schützen und zu verteidigen, könne er sich nicht allein an dem Vorbild von Friedensaktivisten wie Matrin Luther King orientieren, rechtfertigt sich Obama. Eine gewaltlose Bewegung hätte weder Adolf Hitler bezwungen, noch könne sie Al-Qaida-Anführer Osama bin Laden zur Aufgabe bewegen, argumentiert der 44. US-Präsident.

Obama Delivers State Of The Union Address To Joint Session Of Congress

Quelle: AFP

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Washington, im Januar 2011

Er werde trotz der Schwierigkeiten der vergangenen Monate nicht aufgeben: Das ist die Kernbotschaft von Obamas Rede zur Lage der Nation. Für Themen wie die Gesundheitsreform, die das Image der Regierung in der Vergangenenheit arg ramponiert hatte, will er weiter kämpfen. "Nicht jetzt. Nicht, wo wir so nah dran sind", sagt Obama. Doch vor allem wolle er sich jetzt um die Schaffung von Arbeitsplätzen kümmern, denn noch immer ist jeder zehnte US-Amerikaner ohne Arbeit.

© sueddeutsche.de/fiem/mati
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