Bahrain:Todesstrafe für Schiiten

Im Königreich Bahrain sind drei zum Tode Verurteilte per Erschießungskommando hingerichtet worden. Alle drei Männer waren Schiiten; die Hinrichtungen dürften die Spannungen zwischen den Konfessionen anheizen.

Von Paul-Anton Krüger, Kairo

In Bahrain sind am Sonntag drei Männer durch ein Erschießungskommando hingerichtet worden. Sie waren für einen Bombenanschlag auf Polizisten im Jahr 2014 verurteilt worden. Es sind die ersten Hinrichtungen in Bahrain seit 2010, einigen Angaben zufolge seit 2008. Alle drei Männer waren Schiiten, die in dem Königreich die Bevölkerungsmehrheit stellen, während das Königshaus sunnitisch ist. Die Vollstreckung der Todesurteile dürfte die Spannungen zwischen den Konfessionen in Bahrain und darüber hinaus anheizen. Zweien der drei Männer war die bahrainische Staatsangehörigkeit aberkannt worden. Menschenrechtler verurteilten die Hinrichtungen und kritisierten die Verfahren als unfair. Die Beschuldigten seien gefoltert worden; die Regierung bestreitet das. In Bahrain hatten 2011 viele Schiiten gegen das Königshaus demonstriert, das die Proteste gewaltsam niederschlug.

© SZ vom 16.01.2017 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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