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Irak:Erneut Raketeneinschläge nahe der US-Botschaft in Bagdad

Sonnenuntergang über Bagdad

Sonnenuntergang über Bagdad. In der gesicherten Grünen Zone schlugen dort am Mittwoch Katjuscha-Raketen ein.

(Foto: dpa)
  • In der Grünen Zone in Bagdad, in der unter anderem auch die US-Botschaft liegt, sind Raketen vom Typ Katjuscha eingeschlagen.
  • Abgefeuert wurden die Geschosse wohl aus Bagdad selbst. Am Sonntag hatte es bereits ähnliche Angriffe gegeben. Verletzt wurde Berichten zufolge niemand.
  • Unterdessen bezweifelt ein hochrangiger US-General, dass Iran bei seinem Raketenangriff Mittwochnacht versucht habe, Opfer unter US-Soldaten zu vermeiden.
  • US-Vizepräsident Pence sagte, es gebe Signale der Deeskalation aus Iran. Teheran habe offenbar Milizen angewiesen, auf Angriffe auf US-Ziele zu verzichten.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind in der hoch gesicherten Grünen Zone erneut Raketen eingeschlagen. Mehrere Raketen des Typs Katjuscha seien dort am späten Mittwochabend niedergegangen, teilte das irakische Militär mit. Es gibt unterschiedliche Berichte darüber, ob es zwei oder drei Geschosse waren. Verletzte habe es nicht gegeben. Das Regierungsfernsehen berichtete, es seien Explosionen und Alarmsirenen zu hören gewesen. Die Geschosse wurden mutmaßlich von einem Mehrfachraketenwerfer abgeschossen, den die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg benutzte. In Deutschland ist die Waffe auch unter dem Begriff "Stalinorgel" bekannt.

In Bagdad waren bereits am Sonntag zwei Raketen desselben Typs in der sogenannten "Green Zone" eingeschlagen. Dort liegen unter anderem die Botschaften der USA und Großbritanniens sowie irakische Ministerien und das Parlament. Am Samstag waren zudem mehrere Raketen in Bagdads Zentrum sowie auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Balad niedergegangen, der etwa 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt liegt. Berichte über Opfer oder Schäden gab es nicht.

In und nahe der Grünen Zone in Bagdad sind in vergangenen Monaten und Jahren mehrfach Raketen und Mörsergranaten niedergegangen. Teilweise wurden dabei auch Menschen getötet oder verletzt.

Beide Seite senden Signale zur Deeskalation

Die Lage im Irak ist seit der Tötung des iranischen Generals Qassim Soleimani durch einen US-Luftangriff und einem Vergeltungsschlag Irans gegen amerikanisch genutzte Militärstützpunkte sehr angespannt. US-Präsident Trump hatte am Mittwoch gesagt, dass die USA auf die iranische Agression nicht militärisch antworten werden. Stattdessen soll es neue Sanktionen gegen das Land geben.

Auch aus Iran gibt es Signale der Entspannung. Vizepräsident Mike Pence sagte in einem Interview mit dem TV-Sender CBS News, dass es Geheimdienstinformationen gebe, wonach Iran verbündete Milizen aufgefordert hat, keine US-Ziele anzugreifen. "Wir hoffen, dass diese Botschaft weiterhin Widerhall findet", sagte Pence.

Unterdessen bezweifelt ein hochrangiger US-General, dass der Iran bei seiner militärischen Reaktion Mittwochnacht versucht habe, Opfer unter den US-Truppen zu vermeiden. Iran habe 16 Kurzstreckenraketen von mindestens drei Standorten abgeschossen, sagte Armee-General Mark Milley. Außerdem sollte der Angriff großen Schaden auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad anrichten. Es sei auch noch zu früh, um sagen zu können, ob der Iran weitere Attacken starte. Dies sei seine persönliche Ansicht. Die Analyse der Angriffe befinde sich aber in den Händen von Experten der Geheimdienste.

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