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Bafög:Bildung kostet

Vom Bafög müssen mehr Studierende profitieren.

Von Susanne Klein

Die Spatzen pfeifen es seit Jahren von den Dächern der teuren Mietshäuser, nur im Bundesbildungsministerium ist ihr Lied noch nicht laut genug angekommen: Junge Menschen erhalten vom Staat immer seltener Bafög. Das trifft vor allem Studierende. Mit aktuell fast 2,9 Millionen an der Zahl brechen sie jeden Rekord, Bafög kriegen aber nur so wenige wie zuletzt vor neun Jahren. Oder sie bekommen gleich gar nichts, weil ihre Eltern nach den veralteten Maßstäben des Bundes zu viel verdienen - was nicht heißt, dass sie genug verdienen, um ein Studium voll zu finanzieren.

Beim Bafög hinkt notorisch alles hinterher: die Einkommensgrenzen der Eltern, das Geld für Miete, Essen, Fahrten zur Uni. Niemand sagt, Studenten sollten vom Staatsgeld große Sprünge machen können. Aber der Staat sollte auch nicht zulassen, dass in teuren Hochschulstädten wie München oder Frankfurt nur noch die Kinder reicher Leute studieren können.

Doch das langsame Tempo hat System: Die Regierung ist gesetzlich verpflichtet, alle zwei Jahre ihren Bafög-Bericht über Förderquoten und -höhen vorzulegen. Nur, sie tut es nicht. Der letzte Bericht erschien fast zwei Jahre zu spät, den nächsten will sie statt 2019 erst 2021 vorlegen. Damit verweigert sie, was jeder braucht, der den Entscheidern auf die Finger schaut: Transparenz.

© SZ vom 29.01.2019

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