bedeckt München 26°

Grüne:Parteitag wählt Baerbock mit 98,5 Prozent zur Spitzenkandidatin

Bundesparteitag der Grünen

Bei ihrer Rede beim Bundesprarteitag der Grünen dankte Annalena Baerbock Robert Habeck für dessen Unterstützung.

(Foto: dpa)

"Vielen Dank für den Rückenwind": Die Grünen stellen sich mit großer Geschlossenheit hinter Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Sie verspricht eine neue Industriepolitik.

Der Grünen-Parteitag hat sich mit sehr großer Geschlossenheit hinter Parteichefin Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin gestellt und das Wahlkampf-Spitzenduo bestätigt. In einer einzigen Abstimmung unterstützten 678 von 688 Online-Delegierten die Kandidatin und das Duo aus den beiden Parteichefs Baerbock und Robert Habeck als Wahlkampf-Team. Der Vorstand hatte Baerbock bereits im April nominiert.

"Vielen Dank für dieses wahnsinnige Ergebnis", sagte Baerbock zu Beginn ihrer Rede. "Vielen Dank für den Rückenwind." In den vergangenen Wochen habe sie Fehler gemacht, über die sie sich "tierisch geärgert" habe. Sie sehe das Abstimmungsergebnis als Zeichen der vollen Solidarität. "Robert, Dich da an meiner Seite zu wissen, das hat Kraft gegeben und volle Power", sagt sie an Habeck gewandt.

Seit Mitte Mai stand die Kanzlerkandidatin der Grünen immer wieder in der Kritik: Zuerst wurde bekannt, dass Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Sonderzahlungen an den Bundestag nachmeldete. Dann gab es Kritik, weil sie und ihre Partei mehrmals irreführende Angaben im Lebenslauf von Baerbock gerade rücken mussten. Die Abstimmung über Kanzlerkandidatin und Spitzenduo war deshalb insbesondere für Baerbock ein wichtiger Stimmungstest.

In ihrer Rede präsentierte Baerbock ihre Zukunftsvision. "Mein Ziel ist, klimagerechten Wohlstand zu schaffen." Sie verspricht eine neue Industriepolitik. Eine neue Marktwirtschaft sei eine sozial-ökologische Marktwirtschaft. "Wir schlagen der deutschen Industrie einen Pakt vor", sagt Baerbock. Es gehe um die verbindliche Verabredung, dass der Staat Ihnen die Kosten erstatte, die sie zusätzlich aufbringen müssten, um klimaneutral zu wirtschaften. "Statt zu verhindern und abzuwehren, will ich ermöglichen."

Baerbock versuchte gezielt, auch Menschen außerhalb der eigenen Blase anzusprechen. Wenn sie "Wir" sage, seien damit nicht nur die Mitglieder der eigenen Partei gemeint, sondern "mit 'Wir' meine ich jeden Bürger und jede Bürgerin", sagte Baerbock. Mit Mut, "Erfindergeist, Solidarität und Vielfalt" lasse sich eine Veränderung gestalten, die Halt geben könne in der Zukunft. "Über all dem steht die große Aufgabe unserer Zeit, das Abwenden der Klimakrise", fügte sie hinzu.

Die Kanzlerkandidatin kritisierte die Regierungspolitik der vergangenen Jahre, die "wie auf Autopilot" gefahren sei. Eine Wechselstimmung sei nun spürbar. Die nächste Bundesregierung müsse verändern, statt nur zu versprechen. "Jetzt ist der Moment, unser Land zu erneuern. Und alles ist drin."

© SZ.de/lalse
Zur SZ-Startseite
Bundesparteitag der Grünen

Parteitag der Grünen
:Lieber regieren als maximal fordern

Die Grünen-Spitze übersteht den Beginn des Parteitags unfallfrei und verhindert radikale Klimabeschlüsse. Doch die nächsten Kampfabstimmungen sind schon in Sicht.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB