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Baden-Württemberg:Kalte Weihnacht

Mehrere Ministerien wollen zwischen dem vierten Advent und dem Neujahrstag ihre Büros zusperren - damit die Heizungen runtergedreht werden können. Die Mitarbeiter müssen in der Zwangspause entweder Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen.

Fünf Arbeitstage liegen in diesem Jahr zwischen dem Beginn des vierten Adventswochenendes am 21. Dezember und dem Neujahrstag. Im öffentlichen Dienst, wo auch der 24. und der 31. Dezember wie Feiertage behandelt werden, sind es sogar nur drei. Mehrere Ministerien in Baden-Württemberg haben deshalb angekündigt, am Jahresende komplett zuzusperren, volle zwölf Tage lang. Offizielle Begründung: Klimaschutz!

Die selbstlose Anregung dazu kam vom Personalrat des Umweltministeriums und wird von dessen Chef Franz Untersteller mit Überzeugung vertreten. Der grüne Minister hat berechnen lassen, wie viel Energie er einsparen kann, wenn er vom 21. Dezember bis zum 1. Januar Betriebsferien anordnet. "Wir rechnen damit, den Strom, den ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in rund zwei Jahren verbraucht, einsparen zu können, wenn wir unsere Gebäude zumachen", so Untersteller. "Dazu sparen wir Energie für Heizung und Warmwasser. Wir gehen davon aus, dass das etwa dem Jahresbedarf eines Einfamilienhauses entspricht."

Weitere Ministerien im Südwesten haben angekündigt, es ebenso handhaben zu wollen - neben dem grünen Verkehrsministerium gehört auch das von der CDU geführte Landwirtschaftsministerium dazu. Der Klimaschutz werde dabei selbstverständlich nicht zulasten der Steuerzahler gehen, versichern sie. Die Mitarbeiter müssen entweder Urlaubstage nehmen oder Überstunden abbauen. Eine Restmannschaft soll die Handlungsfähigkeit zwischen den Jahren sicherstellen - von zu Hause aus, damit die Heizungen im Ministerien auch wirklich runtergeregelt werden können.