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Auszüge aus Testament veröffentlicht:Kim Jong Ils letzter Wille

Atomwaffen entwickeln, den Einfluss der USA abwehren, China beobachten: Eine japanische Zeitschrift hat Auszüge aus dem Testament Kim Jong Ils veröffentlich. Der im Dezember verstorbene "geliebte Führer" hat seinem Volk demnach konkrete Anweisungen für die Zukunft hinterlassen.

Vier Monate nach dem Tod des einstigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il sind Details aus seinem Testament an die Öffentlichkeit gelangt. Die japanische Zeitschrift Shukan Bunshun zitierte aus dem Dokument, in das auch ein Kenner der Kim-Familie Einblick hatte. Kim Jong Il ruft sein Land demnach auf, weiter an der Entwicklung von Atomwaffen und Raketen zu arbeiten.

Kim Jong Il

Das Portrait Kim Jong Ils neben dem Bild seines Vaters in einer Kongresshalle in Pjöngjang. Der "geliebte Führer" fordert die Bevölkerung in seinem Testament offenbar zur weiteren Entwicklung von Atomwaffen auf.

(Foto: AFP)

Der Zeitschrift zufolge mahnt der einstige nordkoreanische Machthaber in seinem Testament außerdem zur Wachsamkeit gegenüber Nordkoreas größtem Verbündeten China und ruft zum Kampf gegen den Einfluss der USA auf. "Haltet an dem Geist fest, dass die beständige Entwicklung und Erhaltung von Atomwaffen, ballistischen Raketen und biologischen Waffen der einzige Weg ist, den Frieden auf der nordkoreanischen Halbinsel zu wahren", heißt es laut Shukan Bunshun in dem Dokument.

Das verarmte Land, das sich seit dem Korea-Krieg in den 50er Jahren im Kriegszustand mit dem Süden befindet, gilt seit Jahren als Atommacht und will der Welt zurzeit wieder mit einem Raketenstart die Stirn bieten. Der Westen vermutet dahinter einen heimlichen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.

In Kim Jong Ils letztem Willen heißt es weiter: "Indem wir uns als legitime Atommacht darstellen, müssen wir den amerikanischen Einfluss auf der koreanischen Halbinsel schwächen und an der Lockerung der internationalen Sanktionen arbeiten, um die Bedingungen für wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen." Nordkorea müsse den "psychologischen Krieg" gegen die USA gewinnen.

Kim Jong Il nimmt auch China ins Visier: "Das ist das Land mit den besten Beziehungen zu uns, aber es könnte das werden, das wir am meisten beobachten müssen." Nordkorea dürfe sich nicht von seinem Nachbarn "ausbeuten" lassen.

Die Shukan Bunshun ist eine der meistgelesenen Wochenzeitschriften Japans. Das Magazin beruft sich bei seiner Berichterstattung über das Testament auf den Leiter des südkoreanischen Forschungsinstituts NKSIS, Lee Yun Keol, der das Dokument nach eigenen Angaben einsehen durfte. Er war einst in Nordkorea für eine Organisation tätig, die mit dem Schutz der Kim-Familie beauftragt war, und hat immer noch gute Kontakte in das Land. Die Zeitschrift stufte seine Aussagen als "glaubwürdig" ein und verwies darauf, die in ihrem Beitrag genannten Zitate direkt dem Originaldokument entnommen zu haben.