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Auswärtiges Amt:Reisewarnung für Teile der Türkei aufgehoben

Flüge in die Urlaubsregionen an der Westküste sind wieder möglich

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte am Dienstag in seinen Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydın und Muğla "wegen eines niedrigen Infektionsgeschehens" entfällt. Bei allen vier Provinzen handelt es sich um Urlaubsregionen an der Westküste. Die Reisewarnung für den Rest des Landes bleibt zunächst bestehen. Bisher zählte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt.

Das Auswärtige Amt betonte, dass es die Reisewarnung "unter der Voraussetzung der strikten Einhaltung des von der türkischen Regierung verfügten umfassenden Tourismus- und Hygienekonzepts" aufgehoben habe. "Dieses beinhaltet u.a. eine verpflichtende PCR-Testung für alle Reisenden in der Türkei innerhalb von 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland." Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor beziehungsweise 30 Euro am Flughafen müssten die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne beziehungsweise in ärztliche Behandlung begeben. Die Türkei hatte viele Wochen auf diesen Schritt gedrungen. Die deutschen Urlauber gehören zu den größten Touristengruppen in der Türkei. Die Türkei ist neben Großbritannien damit erst das zweite größere Land außerhalb der Europäischen Union und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums, für das die Reisewarnung teilweise aufgehoben wird. Der Schritt könnte nun Forderungen anderer Urlaubsländer wie Tunesien oder Ägypten nach sich ziehen, die ebenfalls auf Touristen aus Deutschland hoffen. Andere beliebte Urlaubsländer außerhalb Europas wie Thailand lassen Touristen noch nicht einreisen. "Wir begrüßen die Aufhebung der Reisewarnung Deutschlands für unsere Ferienregionen", schrieb Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu auf Twitter. Die Aufhebung der Reisewarnung ist aber auch ein Politikum. Çavuşoğlu war Anfang Juli eigens nach Berlin gereist, um dafür zu werben - zunächst vergeblich.

© SZ vom 05.08.2020 / SZ

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