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Australien:Schwere Vorwürfe gegen China

China scheint weitere geheime Haftanlagen in der Region Xinjiang zu bauen. Nach der Auswertung von Satellitenaufnahmen und offiziellen Bauausschreibungsdokumenten fand eine australische Denkfabrik für Verteidigung und strategische Politik mehr als 380 mutmaßliche Hafteinrichtungen in der abgelegenen Region, in der überwiegend Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren leben. Das Australian Strategic Policy Institute wies in seiner Publikation vom Donnerstagabend auf Internierungslager, Haftlager und Gefängnisse hin, die seit 2017 errichtet oder ausgebaut worden seien. Vieles deute darauf hin, "dass viele außergerichtliche Gefangene in Xinjiangs riesigem "Umerziehungs"-Netzwerk nun formell angeklagt und in Einrichtungen mit höherer Sicherheit (...) eingesperrt oder in ummauerte Fabrikgelände geschickt werden, um dort Zwangsarbeit zu verrichten", schrieb der Forscher Nathan Ruser. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums bezeichnete den Bericht des Australian Strategic Policy Institute als "reine Desinformation und Verleumdung".

© SZ vom 26.09.2020 / dpa

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