Australien Regierung entschuldigt sich für Zwangsadoptionen

Australiens Regierung entschuldigt sich für erzwungene Adoptionen Tausender Babys, die zumeist unverheirateten Müttern weggenommen wurden.

Die australische Regierung hat sich offiziell für die erzwungene Adoption Zehntausender Babys entschuldigt, die zumeist von unverheirateten Frauen zur Welt gebracht worden. Dass die Kinder von den Fünfziger- bis in die Siebzigerjahre ihren Müttern weggenommen worden seien, habe "ein lebenslanges Vermächtnis des Schmerzes und des Leidens" verursacht, sagte Premierministerin Julia Gillard am Donnerstag.

"Bei Ihnen, den Müttern, die durch ein System betrogen wurden, das Ihnen keine Wahl gab und Sie Manipulation, Misshandlung und Missbrauch aussetzte, entschuldigen wir uns", sagte die Regierungschefin, die kurze Zeit später nach der von ihr gestellten Vertrauensfrage im Amt bestätigt wurde. Die betroffenen Mütter seien nicht über ihre Rechte aufgeklärt und mit falschen Beteuerungen getäuscht worden. "Sie wurden gezwungen, Zwang und Brutalität von Praktiken zu erleiden, die unethisch, ehrlos und in vielen Fällen illegal waren", führte Gillard in ihrer Entschuldigung aus.

Der Entschuldigung war eine Untersuchung im Auftrag des Senats vorausgegangen, derzufolge von 1951 bis 1975 in Australien 225.000 Babys ihren Müttern zwangsweise weggenommen wurden. Auf damals stigmatisierte unverheiratete Frauen wurde Druck ausgeübt, damit sie ihre Babys zur Adoption freigeben, die Adoptionen wurden als alternativlos dargestellt. Vielfach wurden in den Geburtsurkunden der betroffenen Kinder einfach die Adoptiveltern als leibliche Eltern eingetragen.