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Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg:Wo der Weltenbrand begreifbar wird

Propaganda, patriotischer Nippes und das Grauen der Front: Facettenreich arbeiten Ausstellungen den Ersten Weltkrieg auf. Eine Auswahl von Wien bis Kansas City in Bildern.

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Erster Weltkrieg, Front in Italien. In der feindlichen Stellung am Piave-Damm

Foto: k. u. k. Kriegspressequartier

Quelle: Österr. Nationalbibliothek

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Schreckensgemälde und verwitterte Stellungen, polierte Helme und Fotos, die das Grauen zeigen: 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges sind viele Facetten der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Eine Auswahl von Ausstellungen und Gedenk-Orten, durch die der Weltenbrand begreifbar wird.

Im Bild: Foto aus der Ausstellung "An meine Völker" der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Die vom "k. u. k. Kriegspressequartier" herausgegebene Aufnahme von 1918 zeigt eine durch die Österreicher eroberte italienische Stellung an der Piave-Front.

Militaerhistorisches Museum der Bundeswehr vor Wiedereroeffnung

Quelle: dapd

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Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden widmet sich ausführlich dem Gemetzel vor 100 Jahren. Unter dem Titel "14 - Menschen - Krieg" soll vom 1. August 2014 bis März 2015 auf 1200 Quadratmetern darüber informiert werden, wie der Krieg "sich auch in zahllosen menschlichen Katastrophen manifestierte", wie er die Gesellschaft auch jenseits der Schlachtfelder veränderte und wie die Zivilbevölkerung litt.

Im Bild: Schädel eines Soldaten, der sich im Ersten Weltkrieg selbst umgebracht hat. Zu sehen in der Abteilung "Leiden am Krieg".

'Fields of Battle Lands of Peace 14-18' Erster Weltkrieg

Quelle: dpa

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Das Projekt 'Fields of Battle - Lands of Peace 14-18' zeigt Orte, an denen im Ersten Weltkrieg gekämpft und gestorben wurde. Die großflächigen Aufnahmen sind an öffentlichen Plätzen angebracht. Auf der Website www.fieldsofbattle1418.org ist zu lesen, wo in Europa sich die Wanderschau gerade befindet.

Nachgebauter deutscher Schützengraben Erster Weltkrieg

Quelle: Bayerisches Armeemuseum I

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Das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt zeigt im Gedenkjahr 2014 mehrere Ausstellungen. Neben einer Dauerschau zum Ersten Weltkrieg widmet das Museum der 1914 noch selbständig organisierten Königlich Bayerischen Armee eine eigene Schau.

Im Bild: nachgebauter deutscher Schützengraben im Bayerischen Armeemuseum Ingolstadt.

Ausstellung 'Jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg'

Quelle: dpa

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Das Kulturhistorische Museum Magdeburg zeigt bis zum 21. September 2014 die Ausstellung "Jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg". Studenten der Otto-von-Guericke-Universität konzipierten die Schau, in der Texttafeln, Ausstellungsobjekte, Hörtexte und ein Film die Schicksale jüdischer Frontkämpfer aus der Region dokumentieren.

Im Bild: Gebetsriemen und Kippa eines deutschen Soldaten in der Magdeburger Ausstellung.

„Schützengraben im k. k. Prater”
Plakat
Wien, um 1916

Quelle: Österr. Nationalbibliothek

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"An meine Völker!" so beginnt die Verlautbarung von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich, in der er 1914 seinen Untertanen den Kriegsausbruch verkündete. Das Zitat ist auch Titel der Schau, in der die Österreichische Nationalbibliothek in Wien den Weltkrieg behandelt, an dem die Donau-Monarchie schließlich zugrunde gegangen ist. Im Prunksaal der Bibliothek vermitteln 250 Exponate das Sterben an der Front, aber auch die Propaganda in der Heimat, die sich zwischen Verharmlosung, Verherrlichung und Paranoia bewegte.

Im Bild: Propagandaplakat für einen "Schützengraben im k. k. Prater" in Wien, das wohl aus dem Jahr 1916 stammt.

Erster Weltkrieg Elektrotherapie Gerät für Kriegszitterer Teil der Ausstellung über den Ersten Weltkrieg im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Quelle: Christina Kiefer

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Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin stellt in der Ausstellung "1914 - 1918. Der Erste Weltkrieg" Verlauf und Folgen des Kriegsgeschehens anhand von 15 ausgewählten Orten wie Berlin, Brüssel, Petrograd (St. Petersburg) oder Verdun dar. Zwischen dem 29. Mai und 30. November 2014 ist im DHM zu sehen, wie vor 100 Jahren die Gewalt eskalierte.

Im Bild: Gerät für Elektrotherapie, mit dem deutsche "Kriegszitterer" behandelt wurden. Die Apparatur ist Teil der DHM-Schau und gehört zum Bestand der Medizin‐ und Pharmaziehistorischen Sammlung Kiel.

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Quelle: AFP

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1914 überfiel Deutschland das neutrale Belgien, um Frankreich zu besiegen. Das kleine Land wurde Schauplatz brutaler Übergriffe auf Zivilisten und eines blutigen Stellungskrieges. Das Königliche Museum der Armee und für Militärgeschichte in Brüssel zeigt Original-Exponate wie damals aufgekommene Funk-Anlagen und weitere Ausrüstungsgegenstände, die in den Schützengräben Flanderns zum Einsatz kamen.

Ausstellung 'Menschenschlachthaus'

Quelle: dpa

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Die Ausstellung "Menschenschlachthaus" im Von der Heydt-Museum in Wuppertal zeigt Kunstwerke, die unter dem Eindruck des Krieges entstanden sind. Zu sehen sind unter anderem Werke von deutschen und französischen Künstlern wie Max Beckmann, Otto Dix sowie Pierre Bonnard und Maurice Denis. Die Schau endet am 27. Juli 2014.

Im Bild: Das Gemälde ´Der Verwundete" von Gert Heinrich Wollheim

'Fastnacht der Hölle - Der Erste Weltkrieg und die Sinne

Quelle: dpa

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In Stuttgart will die Ausstellung "Fastnacht der Hölle - Der Erste Weltkrieg und die Sinne" den Krieg "fühlbar" machen. Die Besucher sollen verschiedene Sinneseindrücke mit Hilfe von Originaltönen, typischen Objekten aus der Zeit und Filmausschnitten nachempfinden können. Neben akkustischen Tönen von der Front soll auch vermittelt werden, wie es bisweilen in den Schützengräben gestunken hat. Die Schau im Haus der Geschichte Baden-Württemberg ist bis zum 1. März 2015 zu sehen.

Im Bild: Eine Gasmaske für Menschen (r) und eine Pferdegasmaske

Serie 100 Jahre Erster Weltkrieg in Hessen

Quelle: dpa

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"Völker bunt im Festgezelt, wird die Glut sie löten?" - so beginnt das Gedicht des Schriftstellers Hugo von Hoffmannsthal, das er kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges schrieb. Der Titel des Gedichts ist zugleich der Titel einer Ausstellung, die bis zum 3. Juni im Goethehaus in Frankfurt am Main zu sehen ist. Dort wird anhand von Originaldokumenten gezeigt, wie sich der Dichter im Krieg als Stimme seiner Heimat Österreich neu positionierte und welche ideologischen Verwerfungen in seinen Texten zu beobachten sind.

Erster Weltkrieg Ausstellung Mitten in Europa  Ruhr Museum

Quelle: Ruhr Museum, Fotograf Jens Nober

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"1914 - Mitten in Europa", hat das Ruhr Museum seine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg in Essen genannt. In der Mischanlage der Kokerei Zollverein vermitteln mehr als 2500 Exponate authentisch, wie die Menschen in der industriellen Herzkammer des Kaiserreiches die Kriegsjahre, aber auch die Zeit davor und danach erlebt haben.

Im Bild: Märklin-Spielzeugschiff um 1905, Matrosenanzugsjacke mit Mütze um 1918.

CEO Alexander stands in front of a Renault FT-17 tank at the National World War I Museum in Kansas City, Missouri

Quelle: REUTERS

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Die wohl beste Schau in den Vereinigten Staaten über den Ersten Weltkrieg findet sich im Bundesstaat Missouri. Im National World War I Museum in Kansas City ist der Weltenbrand ausführlich dokumentiert, in den sich die USA 1917 einschalteten.

Im Bild: Ein französischer Panzer vom Typ Renault FT-17 den die US-Truppen an der Westfront gegen die deutsche Armee eingesetzt haben.

Fotoausstellung zur Rudolstädter Geschichte

Quelle: dpa

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Fotos, Zeitungsartikel und patriotischer Nippes: Im thüringischen Rudolstadt vermittelt die Ausstellung "Mit Hurra in den Untergang" bis zum 10. Mai die Stimmung, in der sich die Einwohner des kleinen Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt vor 100 Jahren befanden.

Filmmaterial aus dem 1. Weltkrieg

Quelle: picture alliance / dpa

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Das Deutsche Filminstitut in Frankfurt hat zusammen mit 20 internationalen Partnern ein besonderes Angebot zum Gedenkjahr realisiert. Für das Projekt EFG1914 haben sie etwa 650 Stunden Film aus der Zeit des Ersten Weltkrieges digitalisiert. Das Material ist über das Internet verfügbar gemacht worden.

Im Bild: Filmmaterial aus dem Ersten Weltkrieg im Filmarchiv des deutschen Filminstituts auf einem Leuchttisch.

Erster Weltkrieg Ypern Sanctuary Wood Museum Schützengraben

Quelle: Getty Images

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Das Sanctuary Wood Museum nahe der belgischen Stadt Ypern befindet sich dort, wo sich die Front 1914 festgefressen hatte. Das private Museum bietet Uniformen und allerlei weitere Original-Exponate, doch die schauerliche Attraktion befindet sich hinter den Gebäuden: sorgsam instand gehaltene Schützengräben, in welchen britische Soldaten den Krieg über ausharrten und starben.

© SZ.de/odg

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