Außenansicht:Raketenträume

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Außenansicht: Michael Rühle, 57, ist Autor des Buches "Gute und schlechte Atombomben". Er leitet bei der Nato das Referat Energiesicherheit in der Abteilung für neue Sicherheitsherausforderungen.

Michael Rühle, 57, ist Autor des Buches "Gute und schlechte Atombomben". Er leitet bei der Nato das Referat Energiesicherheit in der Abteilung für neue Sicherheitsherausforderungen.

(Foto: privat)

Die Europäer sorgen sich seit Trumps Wahlsieg um ihre nukleare Sicherheit. Aber die eigenen Ambitionen sind unrealistisch.

Von Michael Rühle

Die Vereinigten Staaten sind den Europäern noch immer Vorbild. Kaum machte der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf den Begriff "postfaktisch" salonfähig, schickt sich Europa an, es Amerika gleichzutun. Natürlich geht es dabei nicht etwa um klassische postfaktische Behauptungen wie etwa die Aussage, der Klimawandel sei eine Erfindung böswilliger Chinesen. Die Tendenz, das Gefühl über die Tatsachen zu stellen, zeigt sich in Europa anderswo: in der Sicherheitspolitik. Seit Donald Trump im Wahlkampf andeutete, die amerikanischen Sicherheitszusagen gegenüber den Verbündeten einzuschränken oder gar aufzuheben, fühlt sich Europa plötzlich genauso von Washington im Stich gelassen wie der Stahlarbeiter in Pennsylvania.

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