Außenansicht Opposition, was sonst?

Gregor Schöllgen, 64, lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Erlangen. Er hat eine Biografie über Gerhard Schröder geschrieben.

(Foto: Glasow)

Am liebsten ist es der SPD, wenn sie nicht regiert. Also tut sie alles, um Gabriel als Kanzler-Kandidaten zu demontieren.

Von Gregor Schöllgen

Wer an die Macht will, muss die Macht wollen. Die deutschen Sozialdemokraten wollen sie eindeutig nicht. Jedenfalls nicht auf der nationalen Ebene, denn hier ist die Oppositionsrolle traditionell ihre optimale politische Daseinsform. Hier fühlen sie sich wohl, hier sind sie zu Hause. Grundsätzlich gilt das zwar für alle organisierten linken Bewegungen. Aber keine von ihnen hat eine derart gründliche oppositionelle Sozialisation hinter sich wie die SPD. Das liegt an ihrem hohen Alter.

In den 150 Jahren, die sie inzwischen zählt, ...