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Auslandseinsätze:Das sind die Einsatzorte der Bundeswehr

Bei 15 Missionen hat Deutschland Soldaten im Einsatz - von einem bis zu mehr als 1000. Ein Überblick.

Insgesamt 385 000 Männer und Frauen hat Deutschland seit 1992 in den Auslandseinsatz für die Bundeswehr geschickt. 106 von ihnen kamen dabei nach offiziellen Angaben ums Leben.

In den ersten 35 Jahren ihres Bestehens seit der Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955 beteiligte sich die Bundeswehr im Ausland ausschließlich an humanitären Hilfsaktionen bei Erdbeben oder Hungersnöten.

Einsätze in Konfliktregionen

Der erste kleinere Auslandseinsatz deutscher Soldaten im Rahmen eines zwischenstaatlichen Konflikts kam 1990: Während des Zweiten Golfkriegs wurden Minenabwehrkärfte der Deutschen Marine ins Mittelmeer entsandt. Damals galt in der Öffentlichkeit ein Kampfeinsatz deutscher Soldaten außerhalb des Nato-Gebietes als mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Das Bundesverfassungsgericht erklärte jedoch im Jahr 1994 solche sogenannten Out-of-area-Einsätze für zulässig.

Der erste größere Auslandseinsatz der Bundeswehr war eine UN-Blauhelmmission, die den Frieden in Kambodscha nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg sichern sollte. Zwischen 1992 und 1994 betrieb die Bundeswehr ein Krankenhaus in Phnom Phen. Seitdem sind ununterbrochen deutsche Soldaten im Ausland im Einsatz gewesen.

Kampfeinsätze

Im Kosovo-Krieg beteiligte sich die Bundeswehr 1999 erstmals an einem Kampfeinsatz: Deutsche Tornados beschossen zusammen mit Kampfjets anderer Nato-Länder Radarstellungen in Jugoslawien.

In der nordafghanischen Provinz Kundus zogen deutsche Bodentruppen zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder ins Gefecht und bekämpften die fundamentalistischen Taliban in Offensivoperationen. In Afghanistan kamen 55 Bundeswehrangehörige ums Leben.

Die Auslandseinsätze werden vom sogenannten Einsatzführungskommando koordiniert.

Mit Material von dpa

© SZ.de/ewid/gal
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