Ausländische Dschihadisten:Jeden Monat 1000 neue Kämpfer für den IS

  • US-Behördenvertreter schätzen, dass sich monatlich mehr als 1000 ausländische Kämpfer dem IS anschließen.
  • US-Verteidigungsminister Hagel gesteht ein, dass die Luftangriffe auf Stellungen der IS-Kämpfer in Syrien und im Irak indirekt auch dem syrischen Machthaber Assad nutzen.
  • Der UN-Sondergesandte für Syrien schlägt Waffenstillstandszonen in Syrien vor, um die humanitäre Situation zu verbessern.

Stetiger Nachschub für den IS

US-Behördenvertreter gehen davon aus, dass sich monatlich mehr als 1000 ausländische Kämpfer dem "Islamischer Staat" (IS) anschließen. Wie die Washington Post unter Berufung auf Geheimdienst- und Anti-Terror-Mitarbeiter berichtet, würden auch die US-geführten Luftangriffe auf die Dschihadisten im Irak und in Syrien daran nichts ändern. Gleichwohl hätten die Angriffe aber auch nicht dazu geführt, dass sich nun noch mehr Kämpfer der Dschihadistenmiliz anschließen.

Die Behördenvertreter machten dem Bericht zufolge die ausgefeilten Rekrutierungskampagnen für den stetigen Zustrom verantwortlich. Hinzu komme der Umstand, dass die Reise ins Kampfgebiet vergleichbar leicht zu bewältigen sei.

Die Zahl aller ausländischen Kämpfer in den Reihen der Terrormiliz dürfte damit bei etwa 15 000 liegen. Das geht aus einem Bericht des UN-Sicherheitsrates hervor, der dem britischen Guardian vorliegt. Demnach kommen die freiwilligen IS-Unterstützer aus 80 Ländern.

USA: Keine Einbindung Assads - aber er profitiert

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat eingeräumt, dass Syriens Staatschef Baschar al-Assad vom internationalen Kampf gegen den IS profitiert. Aus dem Einsatz der Militärallianz gegen die Extremisten im Irak und in Syrien ziehe "natürlich auch Assad seinen Nutzen", sagte Hagel. Dennoch sehe die US-Strategie gegen den IS, der in Syrien gegen die Regierung kämpft, keine Einbindung Assads vor, sagte Hagel weiter.

UN schlagen Waffenstillstandszonen vor

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, schlägt die Einrichtung von Waffenstillstandszonen in Syrien vor. So könne die humanitäre Versorgung zumindest an einigen Orten in dem Bürgerkriegsland verbessert werden. Er schlug die zwischen Rebellen und Regierungskräften aufgeteilte Stadt Aleppo als möglichen Ort für den Versuch vor. "Es sollte etwas sein, das den Konflikt einfriert und die Gelegenheit für humanitäre Verbesserungen gibt", sagte er weiter.

Aktivisten: Dschihadisten erobern Gasfeld in syrischer Provinz Homs

Nach tagelangen schweren Kämpfen hat der IS nach Angaben von Aktivisten die Kontrolle über ein Gasfeld in der syrischen Provinz Homs übernommen. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, dauerten die Gefechte zwischen IS-Kämpfern und syrischen Regierungstruppen am Rande des Feldes in Schaer an. Der IS kontrolliere aber das "gesamte" Gebiet, obwohl sich in den Gebäuden noch Soldaten aufhielten. Der IS selbst erklärte im Internet ebenfalls, das Gasfeld nach mehreren Tagen "befreit" zu haben. Der IS hatte am Dienstag eine Offensive zur Eroberung des Feldes gestartet und dabei der Beobachtungsstelle zufolge 30 Soldaten getötet.

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