Die Juristin Christa Scharf war die ideale Besetzung für die Leitung eines oberösterreichischen Finanzamts. Sie hatte mehr als drei Jahrzehnte Berufserfahrung, gut hundert Fortbildungen absolviert und auch schon eine Führungsposition innegehabt. Nicht zuletzt war sie eine der ersten Frauen, die es in der Finanzverwaltung so weit gebracht hatten. Doch diese Frau bekam die Stelle nicht. Sondern ein wesentlich weniger qualifizierter Mann. Der war zwar nur Bürgermeister in einem kleinen Ort. Aber er hatte einen mächtigen Parteifreund: August Wöginger, den Fraktionschef der konservativen ÖVP.
Rücktritt nach GerichtsurteilKorruptionsfall erschüttert Österreichs Politik
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Im Land der „Freunderlwirtschaft“: Der Fraktionschef der Regierungspartei ÖVP wird verurteilt, weil er einem Parteifreund zu einem Job verholfen haben soll. Die Affäre könnte weite Kreise ziehen.
Von Verena Mayer, Wien
