Eritrea

Wie viele Flüchtlinge kommen nach Deutschland?

9598 Menschen aus Eritrea kamen seit Jahresbeginn nach Deutschland und stellten einen Asylantrag, dies entspricht einem Anteil von 8,2 Prozent an allen Erstanträgen.

Welche Probleme gibt es in Eritrea?

In Eritrea herrscht eine Militärdiktatur über die Bevölkerung. Amnesty prangert in dem Land die Haftbedingungen für politische Gefangene sowie Folter an. Oppositionsparteien und unabhängige Medien sind verboten. Schon Minderjährige müssten ein militärisches Training über sich ergehen lassen. Die Menschen leiden außerdem an Hunger. Die Welthungerhilfe bezeichnet die Lage in dem ostafrikanischen Land im aktuellen Welthungerindex als "gravierend". (Bild: Särge der bei der Lampedusa-Katastrophe im Oktober 2013 ertrunkenen Afrikaner, darunter Menschen aus Eritrea und Somalia)

Wie stehen die Chancen auf Asyl?

Etwas mehr als jeder zweite Flüchtling aus Eritrea (51,9 Prozent) darf derzeit vorerst in Deutschland bleiben. Diese Zahl ist vor allem bei Eritrea nur bedingt aussagekräftig. Denn lediglich in elf von knapp 1500 Entscheidungen seit Januar 2014 sprach das BAMF eine Ablehnung aus. Etwa die Hälfte der Fälle wurden gar nicht inhaltlich geprüft - sie fallen damit in der Statistik unter "sonstige Verfahrenserledigungen" -, weil das Bundesamt zum Beispiel die Zuständigkeit nach dem Dublin-Verfahren ablehnte und den Fall an ein anderes EU-Mitglied verwies.

Bild: AFP 17. Oktober 2014, 15:002014-10-17 15:00:43 © Süddeutsche.de/mane/gal