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Attentat in Dallas 1963:Trump will nun doch fast alle Kennedy-Akten freigeben

  • Der US-Präsident hat nun doch die Veröffentlichung fast aller Akten zur Ermordung John F. Kennedys angekündigt.
  • Nur Informationen über noch lebende Menschen sollen zurückgehalten werden.
  • Einen konkreten Zeitpunkt für die Veröffentlichung nannte Trump aber nicht.

US-Präsident Donald Trump will nun doch auch die letzten noch unter Verschluss gehaltenen Akten über die Ermordung von Präsident John F. Kennedy zur Veröffentlichung freigeben. Das habe er nach intensiven Beratungen mit seinem Stabschef John Kelly, dem Geheimdienst CIA und anderen Behörden beschlossen, twitterte Trump am Samstag (Ortszeit).

Lediglich die Namen und Adressen noch lebender Menschen, die in den "JFK Files" vorkämen, würden zurückgehalten. Einen konkreten Zeitpunkt für die Veröffentlichung nannte Trump aber nicht.

Bereits am vergangenen Donnerstag war der größte Teil der bisher noch geheimgehaltenen Unterlagen - etwa 2800 Dokumente - publik gemacht worden. An diesem Tag war eine vom Kongress gesetzte 25-jährige Frist für die komplette Veröffentlichung abgelaufen.

Praktisch in letzter Minute hatte der Präsident aber hauptsächlich auf Betreiben der CIA und der Bundespolizei FBI Hunderte Akten weiter unter Verschluss gelassen, nachdem diese Behörden Sicherheitsbedenken geäußert hatten. Trump gab ihnen 180 Tage Zeit, die betreffenden Akten zu sichten und gegebenenfalls zu editieren.

Kennedy war am 22. November 1963 in Dallas ermordet worden. Untersuchungen einer Kommission zu dem Verbrechen kamen zu dem Ergebnis, dass der - später selbst ermordete - Attentäter Lee Harvey Oswald alleine gehandelt habe. Dennoch haben sich über die Jahre etliche Verschwörungstheorien gehalten - etwa die These, dass der Kennedy-Nachfolger Lyndon B. Johnson in Verbindung mit der CIA die Strippen bei dem Attentat gezogen habe oder Kuba darin verwickelt gewesen sei.

Dass am Donnerstag ein Teil der Dokumente weiter zurückgehalten wurde, nährte im Internet sofort neue Komplott-Spekulationen. Trump twitterte jetzt, dass er sich im Sinne voller Transparenz zur Veröffentlichung der restlichen Papiere entschlossen habe - und um allen Verschwörungstheorien den Boden zu entziehen.

© SZ.de/gal
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