bedeckt München 11°
vgwortpixel

Atomwaffen:Trump spricht über atomare Aufrüstung

U.S. President Trump is interviewed by Reuters in the Oval Office at the White House in Washington

US-Präsident Donald Trump im Oval Office im Weißen Haus in Washington.

(Foto: REUTERS)

Besser wäre es zwar, wenn kein Staat Atomwaffen hätte, erklärt der US-Präsident. Amerika müsse aber immer die führende Atommacht sein. Und: Er kritisiert Russland.

US-Präsident Donald Trump äußert sich erstmals über Atomwaffen - und kritisiert die diesbezügliche Politik Russlands. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Trump, Amerika müsse immer die führende Atommacht sein, selbst vor befreundeten Nationen. "Es wäre wunderbar, es wäre ein Traum, wenn kein Staat Atomwaffen hätte", sagte Trump. "Aber solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir im Rudel ganz oben stehen." Die USA seien auf diesem Gebiet zurückgefallen.

Trump kritisierte, dass Russland durch die Stationierung von Marschflugkörpern ein Abrüstungsabkommen von 1987 verletzt habe. "Das ist für mich eine wichtige Sache", sagte der US-Präsident. "Falls und wenn" es zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin komme, werde er das Thema auch ansprechen.

Es handelt sich um Trumps erste Äußerungen zum US-Atomwaffenarsenal seit seinem Amtsantritt. In ersten Reaktionen kritisierten Abrüstungsbefürworter die Ankündigung. "Die Geschichte des Kalten Krieges zeigt, dass bei einem Rüstungswettlauf und einer waghalsigen Atompolitik niemand 'im Rudel' nach 'ganz oben' kommt", sagte Daryl Kimball, Direktor der überparteilichen amerikanischen Arms Control Association. Die USA und Russland verfügten bereits über weitaus mehr Atomwaffen als zur Abschreckung nötig: Nach Angaben der Abrüstungsgruppe Ploughshares Fund verfügen die USA über 6800 atomare Sprengköpfe, Russland über 7000.

© SZ.de/Reuters/ewid/dayk
Zur SZ-Startseite