Atomwaffen Obama bedauert zivile Drohnen-Opfer

Manche Kritik an den Drohneneinsätzen sei "legitim" gewesen, sagte Obama während der Pressekonferenz zum Abschluss des internationalen Nukleargipfels in Washington.

(Foto: dpa)
  • Zum Abschluss einer internationalen Nuklearkonferenz in Washington hat der US-Präsident sein Bedauern ausgedrückt, dass durch das US-amerikanische Drohnenprogramm auch Zivilisten getötet worden sind.
  • Außerdem warnte Barack Obama vor der Gefahr eines nuklearen Angriffs von Extremisten. Die Weltgemeinschaft habe das Risiko dafür allerdings bereits reduziert.

US-Präsident Barack Obama hat eingeräumt, dass in der Vergangenheit bei US-Drohnenangriffen auch unschuldige Zivilisten getötet wurden. Manche Kritik an den Drohneneinsätzen sei "legitim" gewesen, sagte Obama bei einer Pressekonferenz zum Abschluss des internationalen Nukleargipfels in Washington.

Es gebe "keinen Zweifel, dass Zivilisten getötet wurden, die nicht getötet werden sollten". Er könne mittlerweile aber mit großer Überzeugung sagen, dass die Einsatzbestimmungen für US-Drohnen "so streng sind wie noch nie, und dass es eine ständige Auswertung gibt, was genau wir tun", sagte Obama.

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Vor einem Drohnenangriff würden die zugrunde liegenden Informationen "geprüft, gegengeprüft und noch mal gegengeprüft", versicherte der US-Präsident, der im Januar aus dem Amt scheidet. Den Angriffen gehen laut Obama lange Beobachtungsphasen voraus. Zudem werde immer darauf geachtet, dass zum Zeitpunkt des Einsatzes keine Frauen und Kinder anwesend sind und dass es sich beim Zielort nicht um ein Wohngebiet handele.

Mehr als 7000 unbemannte Drohnen

Nach Erkenntnissen der Stiftung New America, die US-Drohnenangriffe auswertet, verfügen die USA über mehr als 7000 unbemannte Drohnen, von denen 200 mit Waffen ausgerüstet sind. Diese hätten bereits "tausende Menschen" getötet, erklärt das Washingtoner Forschungszentrum.

Erst am Freitag hatte das US-Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass in Somalia ein Drohnenangriff auf Hassan Ali Dhoore, einen Anführer der islamistischen Shebab-Miliz, geflogen worden sei. Ob Dhoore dabei getötet worden sei, müsse noch überprüft werden. Auch Pakistan, der Jemen und Libyen zählen zu den Ländern, in denen es bereits US-Drohnenangriffe gab.

Seitenhieb auf Trump

In einem Seitenhieb auf den möglichen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sagte Obama, dessen neueste Äußerungen zeigten, dass er von Außen- und Nuklearpolitik nicht viel verstehe. Trump hatte sich kürzlich dafür stark gemacht, dass Japan und Südkorea als Mittel der Abschreckung gegen Nordkorea Atomwaffen entwickeln sollten.

Als er während der Pressekonferenz darauf angesprochen wurde, sagte Obama, die USA wollten nicht jemanden im Oval Office haben, der potenzielle Probleme eines solche Szenarios nicht erkenne. Der Präsident verriet zudem, dass Trumps Aussagen bei den Beratungen des Atomsicherheitsgipfels zur Sprache gekommen seien. Selbst Länder, die eine "karnevaleske Atmosphäre" in der Politik gewöhnt seien, wünschten sich "Nüchternheit und Klarheit" bei US-Wahlen, fügte er hinzu.