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Atommülllager Asse:Gegner wollen Flutung stoppen

Nach den Pannen im Atommülllager Asse fordern Atomkraftgegner den Stopp der Flutung des Forschungsbergwerks. Sie fürchten eine radioaktive Verseuchung des Untergrunds.

Nach dem Fund radioaktiver Salzlauge im Atommüllendlager Asse bei Wolfenbüttel haben Gegner der Anlage verlangt, alle Vorbereitungen zur Flutung des Bergwerkes sofort zu stoppen. Vor weiteren Baumaßnahmen und Einleitungen von Lauge müsse man zunächst alle Möglichkeiten zur Sicherung des Endlagers ergebnisoffen miteinander vergleichen, sagte Udo Dettmann vom Koordinationskreis Asse am Montag in Hannover.

Ein Arbeiter prüft ein Sammelbecken im Atommülllager Asse

(Foto: Foto: ddp)

Der Betreiber wolle das Endlager mit Magnesiumchloridlauge fluten, ohne Alternativen untersucht zu haben, bemängelte Dettmann. Mögliche Alternative seien eine Füllung des Bergwerks mit Feststoffen, ein Rückholen der radioaktiven Abfälle und ein Umlagern der Abfälle innerhalb der ehemaligen Kaligrube. Man müsse diese Optionen prüfen und parallel bereits Geräte für eine eventuelle Rückholung der Abfälle entwickeln.

Nach Angaben Dettmanns wurden bereits 11.000 Kubikmeter Magnesiumchloridlauge in den unteren Bereich des Bergwerks eingeleitet. Außerdem wurden nahe der Einlagerungskammern sogenannte Strömungsbarrieren errichtet, die bei der Flutung des Bergwerkes die Lauge um den Atommüll herumleiten sollen.

Der Betreiber des Endlagers, das Helmholtz-Zentrum, will die Anlage bei der Schließung mit gesättigter Magnesiumchloridlauge füllen, um dadurch den Eintritt von Wasser und eine unkontrollierte Auflösung von Salzpartien zu verhindern. Die Gegner befürchten, dass sich über die Magnesiumchloridlauge Radioaktivität im Untergrund ausbreitet und eines Tages auch die Erdoberfläche erreicht.

In dem Bergwerk war zuletzt in Salzlauge radioaktives Cäsium gefunden worden. Die belastete Lauge hatte der Betreiber ohne atomrechtliche Genehmigung in den tiefsten Teil des Bergwerks geleitet.