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Atommülllager Asse:Gabriel lässt Experten Atomlager prüfen

Nach der Entdeckung radioaktiv verseuchter Lauge im Atommülllager Asse soll eine "Task Force" eine mögliche Schließung überprüfen.

Wegen der ans Licht gekommenen Pannen im niedersächsischen Atommülllager Asse soll eine "Task Force" das Konzept zur geplanten Schließung des mit radioaktiven Abfällen gefüllten Salzbergwerks prüfen. Darauf verständigten sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) und Annette Schavan (CDU) als Chefin des Forschungsministeriums bei einem kleinen Asse-Gipfel am Dienstag in Berlin.

Demonstation Atomlager Asse II, AP

Aktivisten der Umweltschutzgruppe Robin Wood protestieren vor der Schachtanlage Asse II in Remlingen bei Wolfenbüttel. Es wurde bekannt, dass in dem Atommuell-Versuchsendlager radioaktive Lauge in den Stollen fliesst.

(Foto: Foto: AP)

Sander akzeptierte dabei die Forderung Gabriels, das Landesumweltministerium solle bis Ende des Sommers einen Statusbericht erstellen. "Wir müssen ja erstmal wissen, was da die ganze Zeit passiert ist", sagte Gabriel. Dem Statusbericht folgend soll die Task Force, besetzt mit Vertretern aus Umwelt- und Forschungsministerium sowie dem Bundesamt für Strahlenschutz, prüfen, was zu tun sei.

Im ehemaligen Kali-Bergwerk im Landkreis Wolfenbüttel wurden von 1967 bis 1978 etwa 126.000 Fässer mit Atommüll eingebracht. Seit kurzem ist bekannt, dass Flüssigkeit in dem etwa 750 Meter unter der Erde liegenden Stollen radioaktiv verseucht ist.

Der Betreiber, das Münchner Helmholtz-Institut, und die Behörden, die für Aufsicht und Genehmigung zuständig sind, wissen davon seit langem. Für eine Verlagerung der verseuchten Lauge etwa 200 Meter tiefer gab es keine strahlenrechtliche Genehmigung.

In Niedersachsen unterstützt die SPD derzeit nicht die Initiative der Grünen, die Vorgänge im Forschungs-Atommüllendlager Asse II von einem Untersuchungsausschuss des Parlaments aufklären zu lassen. Der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jüttner sagte, das Mittel sei "verfrüht", zunächst müsse der Umweltausschuss im Landtag seine Möglichkeiten nutzen.