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Atomkonflikt:Nordkorea baut offenbar neue Raketen

  • Nordkorea baut einem Bericht der Washington Post zufolge möglicherweise eine oder zwei Interkontinentalraketen.
  • Mit den USA und Südkorea hatte das Land zuletzt über eine mögliche Abrüstung gesprochen.
  • Dennoch mehren sich die Anzeichen, dass Machthaber Kim Jong-un an seinem Atom- und Raketenprogramm festhält

Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass Nordkorea neue Interkontinentalraketen baut. Satellitenaufnahmen deuteten darauf hin, dass im Forschungszentrum Sanumdong weiterhin an mindestens einer Rakete vom Typ Hwasong-15 gearbeitet werde, berichtet die Washington Post. Das Blatt beruft sich auf Beamte, die mit Geheimdiensterkenntnissen vertraut sind.

In der Anlage Sanumdong in einem Außenbezirk der Hauptstadt Pjöngjang wurden bereits die ersten Interkontinentalraketen des Landes gebaut, die auch das Festland der USA erreichen könnten. Mögliche neue Raketen dienten vermutlich Tests, um die Robustheit und die Zielgenauigkeit zu verbessern, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

Das US-Präsidialamt lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Trotz des Gipfeltreffens von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Juni gibt es Anzeichen dafür, dass Nordkorea an seinem Atom- und Raketenprogramm festhält. Kim hatte damals noch seine Bereitschaft bekräftigt, an einer Denuklearisierung zu arbeiten, aber keine Details genannt. Konkrete Zusagen tätigte er bislang nicht. Trump hatte nach dem Gespräch verkündet, es gebe "keine nukleare Bedrohung durch Nordkorea mehr".

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Vor einem Treffen müsste der US-Präsident erst einmal seinen Ausstieg aus dem Atomabkommen revidieren und die neuen Sanktionen außer Kraft setzen, heißt es aus Teheran.

Vergangene Woche jedoch sagte US-Außenminister Mike Pompeo dem Außenausschuss des US-Senats, dass das Land weiterhin Treibstoff für Atombomben produziere. Dennoch seien Fortschritte in den Gesprächen der US-Regierung mit der Führung in Pjöngjang zu erkennen. Beide Länder hätten aber noch einen "verdammt langen Weg" vor sich.

Beinahe zeitgleich mit der Veröffentlichung des Berichts über neue Raketen, haben Offiziere Süd- und Nordkoreas neue Gespräche über Schritte zur militärischen Entspannung aufgenommen. Bei dem Treffen im Grenzort Panmunjom ging es um die Umsetzung der Vereinbarungen, die beide Staaten bei ihrem Gipfeltreffen Ende April getroffen hatten. Südkoreas Präsident Moon Jae-in und Machthaber Kim hatten sich in einer Erklärung unter anderem auf eine stufenweise militärische Abrüstung verständigt. An der Glaubwürdigkeit der nordkoreanischen Absichtserklärung gibt es nun neue Zweifel.

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