Atomkatastrophe in Japan: Fragen und Antworten Was ist in den anderen Kernkraftwerken Japans los?

Nach dem Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami hat Japan außer in dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima 1 auch in der nur zwölf Kilometer entfernten Anlage Fukushima 2 mit ihren vier Reaktoren den Notstand ausgelöst. Die Kühlsysteme von Block 1 bereiteten Probleme, auch bei Block 4 traten später Komplikationen auf. Allerdings war offenbar nicht der Primärkreislauf blockiert, also das Wasser, das die Brennelemente umströmt.

Infolge des Tsunamis fehlte wahrscheinlich Meerwasser, um dem Kühlmittel in Wärmetauschern ausreichend Hitze entziehen zu können, was zu einem Anstieg von Druck und Temperatur in den Reaktoren führte. Nach Angaben des Betreibers Tepco, dem auch Fukushima 1 gehört, ist es aber inzwischen gelungen, alle vier Reaktoren in einen stabilen Zustand zu versetzen, bei dem kein Überdruck im Kühlsystem besteht und die Temperatur unter 100 Grad Celsius liegt.

Im Kernkraftwerk Onagawa, einer Anlage mit drei Blöcken, war ein Brand in der Turbinenhalle ausgebrochen, der aber in der Nacht auf den 12. März gelöscht wurde. Nach Angaben der japanischen Atomaufsichtsbehörde Nisa sind alle drei Blöcke abgeschaltet und mindestens zwei davon im gleichen, stabilen Zustand wie Fukushima 2.

Erhöhte Messwerte für Radioaktivität hatten am Sonntag erneut Alarm ausgelöst. Die Behörden führten dies aber auf Strahlung zurück, die in Fukushima 1 freigesetzt worden sei. Ebenfalls am Sonntag fiel im Atomkraftwerk Tokai nach Angaben der Feuerwehr eine Kühlpumpe aus, laut dem Betreiber ist eine ausreichende Kühlung durch andere Pumpen aber sichergestellt.

(pkr)