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Atomkatastrophe in Japan: Fragen und Antworten:Welche Schäden richtet Radioaktivität im Meer an?

Bilder aus Japan

Pure Verzweiflung

Vor der japanischen Küste gelangen radioaktive Stoffe derzeit über die Luft in den Pazifik - und vermutlich auch mit dem verseuchten Kühlwasser, das zurück ins Meer geleitet wird. "In Japan würde ich jetzt nicht unbedingt frischen Fisch essen", sagt Ulrich Rieth vom Institut für Fischereiökologie am Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut in Hamburg. "Für deutsche Verbraucher besteht aber momentan kein Grund zur Sorge"" Die Edelgase Xenon und Krypton seien reaktionsträge und daher keine Bedrohung.

Gefährlicher seien radioaktives Jod und Cäsium. "Doch die werden im Meer so stark verdünnt, dass sie die Fische kaum belasten", sagt Rieth. Jod ist sehr kurzlebig und nach 80 Tagen vollständig zerfallen. Algenblätter für Sushi zum Beispiel, die lange getrocknet werden, enthalten also keine bedenklichen Jodmengen mehr. Cäsium ist langlebiger - noch heute werden in der Ostsee höhere Cäsiumwerte gemessen als in der Zeit vor Tschernobyl; sie sind aber unbedenklich.

So sorgt auch im Pazifik der Wasseraustausch für eine effektive Verteilung des radioaktiven Metalls und somit für eine geringe Cäsiumkonzentration in Fischen. Deutschland hat im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Tonnen Fischereierzeugnisse importiert. Davon stammten nur 76 Tonnen aus Japan, darunter Pazifischer Pollack, Thunfisch und Wildlachs

(fue)