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Asylpolitik:Schweden will wegen Flüchtlingen notfalls Öresund-Brücke sperren

CARS MAKE THEIR WAY OVER THE ORESUND BRIDGE BETWEEN SWEDEN AND DENMARK

Die Öresund-Brücke kurz nach ihrer Einweihung im Jahr 2000. Nun steht sie in Schwedens Flüchtlingspolitik zur Debatte.

(Foto: REUTERS)
  • Die schwedische Regierung erwägt, im Notfall eine große Brücke zu schließen, damit weniger Flüchtlinge ins Land kommen.
  • Die Öresund-Brücke verläuft zwischen Schweden und Dänemark.
  • Die schwedische Opposition kritisiert den Vorschlag.

Flüchtlinge: Schwedische Regierung erwägt Brückenschließung

Die schwedische Regierung will mehreren Medienberichten zufolge im Notfall die Öresund-Brücke schließen, um die Flüchtlingssituation zu bewältigen. Ein Gesetzesvorschlag solle das möglich machen, wie die Zeitung Dagens Industri berichtet. Die Brücke verbindet die Stadt Malmö in Schweden mit der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Sie wird täglich von etwa 20 000 Fahrzeuge überquert.

"Eine vorübergehende Schließung der Brücke könnte eine Sondermaßnahme sein, um das Risiko zu verringen, dass die öffentliche Ordnung oder innere Sicherheit in Folge des großen Zustroms an Asylbewerbern beeinflusst wird", zitierte Dagens Industri aus dem Gesetzesvorschlag. Nach Informationen des Guardian sei Zugverkehr in dem Fall jedoch weiterhin erlaubt.

Verkehrsministerium: "Ein dramatischer Schritt"

Aktuell soll eine Brückenschließung nicht anstehen. Die Financial Times zitiert aus einem Statement der schwedischen Verkehrsministerin Anna Johansson: "Dies ist keine Maßnahme, die wir gerade planen, sie wäre ein dramatischer Schritt. Wir hoffen, dass der Vorschlag nicht verwirklicht zu werden braucht."

Die Pläne stießen bei der Opposition am Donnerstag auf starke Kritik. Schweden nimmt nach Deutschland die meisten Flüchtlinge in Europa auf. Für 2015 rechnet das Land mit bis zu 190 000 Menschen. Zuletzt hatte die große Zahl an Neuankömmlingen die Behörden zunehmend überfordert. Nachdem Schweden vorübergehende Grenzkontrollen eingeführt hatte, war die Anzahl der Asylbewerber zurückgegangen.

© SZ.de/dpa/fran

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