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Asylbewerber in Deutschland:Bahn stoppt Projekt mit koffertragenden Flüchtlingen

Das Projekt sollte Asylbewerber und Bürger in Kontakt bringen: Flüchtlinge helfen Reisenden am Schwäbisch Gmünder Bahnhof beim Tragen der Koffer. Nach nur drei Tagen steigt die Bahn überraschend aus. Zur Begründung führt sie den niedrigen Stundenlohn an.

Die Deutsche Bahn steigt aus einem Projekt der Stadt Schwäbisch Gmünd aus, bei dem Asylbewerber während eines Umbaus am Bahnhof beim Koffertragen helfen.

Der vorgesehene Stundenlohn betrug 1,05 Euro - mehr erlaubt das Gesetz nicht. "Die konkreten Beschäftigungsbedingungen sind der Deutschen Bahn erst jetzt bekanntgeworden", teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit. Arbeitsverhältnisse zu solchen Konditionen könne die Bahn nicht unterstützen, wie es weiter hieß.

Sie will nach eigenen Angaben von diesem Donnerstag an im Gmünder Bahnhof selbst Mitarbeiter einsetzen, die den Fahrgästen beim Gepäcktransport über eine Treppenbrücke Hilfe anbieten sollen. Diese würden nach den Tarifen der Bahn bezahlt, sagte ein Sprecher.

"Hochmotivierte junge Leute"

Das freiwillige Projekt mit den Asylbewerbern hatte am Montag begonnen und sollte im Test zunächst bis Ende August laufen. Die Idee für die Aktion, die mit der Bahn und dem Landkreis Ostalbkreis umgesetzt wurde, stammte von Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU). "Ich bin enttäuscht und auch traurig für die Menschen, denn es handelt sich um hochmotivierte junge Leute", sagte er. Die Aktion habe die Flüchtlinge in direkten Kontakt mit der Bürgerschaft gebracht. "Es entwickeln sich Gespräche, und sie können auch auf ihre Situation aufmerksam machen, was sie auch tun."

Auch der Arbeitskreis Asyl in Schwäbisch Gmünd zeigte sich enttäuscht. Derzeit sind in der Stadt in der Nähe von Stuttgart um die 250 Flüchtlinge in einer Sammelunterkunft untergebracht. Bis Ende 2014 soll diese geschlossen und die Bewohner dezentral untergebracht werden. Im vergangenen Sommer hatten die Flüchtlinge unter anderem vor dem Rathaus für bessere Bedingungen protestiert.