Asylanträge von Syrern in Deutschland werden seit dem vergangenen Jahr größtenteils abgelehnt. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, wurde im vergangenen Jahr nur 5,3 Prozent der syrischen Antragsteller ein Schutzstatus zugesprochen. In diesem Jahr ist die Quote allerdings höher und beträgt für Januar und Februar 10,4 Prozent. 2024 lag die Gesamtschutzquote für syrische Staatsangehörige noch bei rund 80 Prozent.
Die Linke fragte auch nach der Schutzquote für religiöse Minderheiten. Demnach lag die Quote für syrische Christen in den beiden ersten Monaten des Jahres mit 7,7 Prozent unter dem Durchschnitt. Bei Jesiden beträgt sie 39 Prozent, bei Alawiten und Drusen rund 25 Prozent. Die Linken-Abgeordnete Clara Bünger nannte es unverantwortlich, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die große Mehrheit der Asylanträge von Syrerinnen und Syrern ablehne. Syriens Infrastruktur sei nach 13 Jahren Bürgerkrieg in weiten Teilen zerstört. Es mangele an grundlegender Versorgung mit Wohnungen, Wasser, Elektrizität, Bildung und Gesundheit. 90 Prozent der Menschen lebten unter der Armutsgrenze. Besonders bedroht seien Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten, gegen die seit der Machtübernahme von Ahmed al-Scharaa als Übergangspräsident mehrere Massaker verübt worden seien.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte kürzlich nach einer Begegnung mit dem Präsidenten gesagt, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer in den kommenden drei Jahren in ihr Heimatland zurückkehren sollen. Unklar ist, ob die Prozentzahl zuerst von ihm oder dem syrischen Präsidenten genannt wurde. Derzeit leben in Deutschland rund 940 000 syrische Staatsangehörige.
