Asyl:Unterkünfte seltener attackiert

Die Zahl der Straftaten gegen Asylheime in Deutschland ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, liegt aber noch immer auf hohem Niveau.

Von Reiko Pinkert und Nicolas Richter

Die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte in Deutschland ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, liegt aber noch immer auf einem hohen Niveau. Nach einem erheblichen Anstieg im Jahr der Flüchtlingskrise 2015 (1031 Taten insgesamt) seien 2016 noch 970 Taten erfasst worden. Der Trend in den vergangenen zwölf Monaten sei "rückläufig", heißt es in einem vertraulichen Bericht des Bundeskriminalamts (BKA), welcher der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Daran hat auch der Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt durch den Tunesier Anis Amri im Dezember 2016 nichts geändert: Anders als von manchen Staatsschützern befürchtet, ist es im Anschluss daran nicht zu einem messbaren Anstieg rechtsextremistischer Taten gegen Asylsuchende gekommen. Dem BKA-Bericht zufolge ist im vergangenen Jahr speziell die Zahl der Brandstiftungen zurückgegangen; dagegen sei die Zahl der Körperverletzungen gestiegen. Trotz des leichten Rückgangs bei der Zahl der Delikte insgesamt gibt das BKA keine Entwarnung: Im anstehenden Wahljahr 2017 sei womöglich mit einer "erneuten Intensivierung des Themas" zu rechnen.

© SZ vom 03.02.2017
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