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Artensterben:Natur auf dem Rückzug

Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Was sind die Gründe dafür?

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES hat diese Woche in einem umfangreichen Bericht zusammengefasst, wie es um die Artenvielfalt auf dem Planeten steht.

Von den etwa acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind demnach etwa eine Million vom Aussterben bedroht. Allerdings sind die Zahlen mit einer hohen Unsicherheit behaftet, viele Gattungen sind nicht ausreichend dokumentiert und erforscht. Bei den Insekten, die mehr als die Hälfte der bekannten Arten ausmachen, ist der Zustand Schätzungen zufolge noch viel dramatischer.

Wesentliche Ursache des Artenschwunds ist, dass der Mensch immer mehr Platz auf der Erde beansprucht. Dazu gehören nicht nur Siedlungsgebiete, deren Ausdehnung sich dem Bericht zufolge seit 1992 verdoppelt hat - sondern auch landwirtschaftliche Flächen. Die sind häufig so intensiv genutzt, dass auf ihnen nur wenige Tiere und Pflanzen überleben. Dabei hat die Artenvielfalt auch wirtschaftlichen Wert, etwa für neue Arzneimittel.

Der Klimawandel wird die Natur noch weiter strapazieren, Arten müssen sich an veränderte Bedingungen anpassen oder in neue Lebensräume ausweichen. Gelingt das nicht, beschleunigt sich der Schwund der biologischen Vielfalt.

Außerdem wird die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung weitere Flächen in Anspruch nehmen. Der IPBES-Bericht enthält Empfehlungen, was nun zu tun wäre. Unter anderem sollen 17 Prozent der Landfläche unter Schutz gestellt werden.

© SZ vom 11.05.2019

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