Arte-Doku über Bhutan-Flüchtlinge:Lasst sie ziehen

Menschen im Flüchtlingslager Beldanghi, Nepal

Eine Bhutanesin im Flüchtlingslager Beldanghi in Nepal, gesehen vom britischen Fotografen Martin Middlebrook. Er hat im Rahmen des Arte-Projekts Refugees mehrere Tage in Beldanghi verbracht.

(Foto: Martin Middlebrook; Martin Middlebrook)

Seit ihrer Kindheit leben der Bhutanese Dhan Bahadur und seine Frau in einem Flüchtlingslager in Nepal, ihre Töchter wurden dort geboren. Nun soll das Lager geschlossen werden. Oscar-Preisträger Régis Wargnier begleitet die Familie in ihre neue Heimat - die USA.

Süddeutsche.de zeigt die Arte-Dokumentation vorab.

Die Frau mit dem auffälligen goldenen Nasenring bricht in Tränen aus. Sie schluchzt und drückt ihren Sohn an sich. Auch Dhan Bahadurs Augen werden feucht, ein letztes Mal umarmt er seine Mutter. Doch Dhan weiß, dass er gehen muss. Das Flüchtlingslager, in dem er seit Jahren lebt, soll geschlossen werden. Und seine Töchter Shreejana und Sandhiya, die hier geboren wurden, sollen in den USA ein Leben ohne Zäune kennenlernen.

Dhan kommt aus Bhutan, einem kleinen Land zwischen Indien und China. Doch weil die Vorfahren seiner Familie aus Nepal stammen, musste er - wie Zehntausende andere Menschen - Anfang der 1990er Jahre fliehen. Welche Pläne, welche Hoffnungen und Ängste haben diese Menschen, die zu einem großen Teil gar keine Erinnerungen an die Zeit vor der Flucht haben? Und wie werden sie auf das Leben in einer völlig fremden Kultur vorbereitet?

Dokumentationsfilm von Régis Wargnier

"Let my people go"

Der französische Regisseur und Oscar-Preisträger Régis Wargnier hat das Flüchtlingslager Beldangi in Nepal besucht und Dhans Familie auf ihrem Weg nach Rochester, New York, begleitet. Süddeutsche.de zeigt die 48-minütige Dokumentation "Let my people go" exklusiv vorab. Der Fernsehsender Arte strahlt sie am Samstag, 13. September, um 17.10 Uhr aus.

Sie ist Teil eines großen Projekts: Die Sendereihe Arte Reportage hat 16 Künstlern die Gelegenheit gegeben, Flüchtlingslager in Nepal, im Irak, im Libanon und im Tschad zu besuchen und das Leben dort zu zeigen. Jeweils ein Filmemacher, ein Schriftsteller, ein Fotograf und ein Comic-Autor haben gemeinsam mehrere Tage in einem der vier Lager verbracht. Mehr dazu auf www.arte.tv/fluechtlinge und demnächst auf Süddeutsche.de.

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