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Argentinien:Schlimmer geht's nicht

Der neue Präsident Alberto Fernández übernimmt ein Land am Abgrund - aber darin liegt auch seine große Chance.

Ein Land am Abgrund übernimmt Argentiniens neuer Präsident Alberto Fernández, wenn er an diesem Dienstag sein Amt antritt. Die wirtschaftliche Lage Argentiniens ist katastrophal - politisch aber könnte sie für den Neuen kaum besser sein. Denn egal, was auch passiert, die Opposition wird kaum sagen können, sie hätte es besser gemacht. Schließlich hat Fernández' Gegenkandidat und Vorgänger im Amt, Mauricio Macri, in den vergangenen vier Jahren das Land immer tiefer hinein in die Krise geführt.

Schlimmer geht's nicht. 2015 hatte Macri die Wahlen mit dem Versprechen gewonnen, die Armut auf null zu senken und die Inflation in den Griff zu bekommen. Dafür wandte er Maßnahmen aus dem wirtschaftsliberalen Lehrbuch an. Sie blieben nicht nur wirkungslos, sie verschlimmerten die Situation sogar. Dass zuletzt überhaupt noch Wähler für Macri stimmten, dürfte vor allem an Fernández' umstrittener Mitbewerberin gelegen haben, Ex-Präsidentin Cristina Kirchner, und nicht am Glauben der Menschen an Macris Politik. Diese ist ohne Frage krachend gescheitert.

Und so mögen die Schulden Argentiniens riesig und die finanziellen Spielräume extrem gering sein. Die Chancen der neuen Regierung, wirkliche Veränderungen zum Wohle des Landes umzusetzen, sind umso größer.