Argentinien Mysteriöser Todesfall: Argentiniens Justiz spricht von Mord an Nisman

"Ich bin Nisman", steht auf dem Schild, das diese Frau im Februar 2015 auf einer Demonstration in Argentinien hält. Damals gingen Tausende Menschen auf die Straße.

(Foto: AFP)

Die Frage, warum der Staatsanwalt am Tag vor seiner Anhörung im Kongress tot aufgefunden wurde, stürzte Argentinien in eine politische Krise. Nun sieht ein Bundesrichter es als erwiesen an, dass Nisman ermordet wurde.

Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod eines Staatsanwalts in Argentinien geht die Justiz sicher von Mord aus. Der Bundesrichter Julian Ercolini kommt in seinem Urteil zu dem Ergebnis, dass der im Januar 2015 durch einen Kopfschuss getötete Staatsanwalt Alberto Nisman nicht durch eigene Hand gestorben sei.

Der Fall hatte weit über Argentinien hinaus für Aufsehen gesorgt, weil er die politische Elite des Landes belastete. Kurz vor seinem Tod hatte Nisman die damalige Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner beschuldigt, die Rolle des Iran beim Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 verschleiert zu haben.

Nisman "Sie haben ihn umgebracht"
Argentinien

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Nisman starb einen Tag, bevor er seine Vorwürfe vor dem Kongress erläutern sollte. Präsidentin Kirchner legte damals nahe, dass es sich um Suizid handelte. Dagegen empfahl bereits im vergangenen Jahr ein Strafermittler, den Fall als Morduntersuchung zu behandeln.

Ex-Präsidentin Kirchner ist wegen Landesverrats angeklagt

Richter Ercolini betont nun in seinem 656-seitigen Urteil: "Nismans Tod kann kein Selbstmord gewesen sein." Dafür gebe es hinreichende Beweise. Zugleich warf er einem früheren Mitarbeiter Nismans Beihilfe zum Mord vor. Diego Lagomarsino hat zugegeben, Nisman die Pistole geliehen zu haben, durch deren Kugel dieser starb. Nach Darstellung Lagomarsinos bat Nisman ihn um die Waffe, um sich selbst und seine Familie damit zu schützen.

Cristina Fernandez de Kirchner, die Witwe des früheren Präsidenten Nestor Kirchner, sitzt inzwischen als Abgeordnete im Senat. Anfang Dezember wurde sie wegen Landesverrats angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, sich hinter den Kulissen dafür eingesetzt zu haben, dass der Iran mit dem Attentat auf das jüdische Gemeindehaus, bei dem 85 Menschen starben, nicht in Verbindung gebracht wird.

Damit soll sie versucht haben, die Verbindungen zum Iran zu normalisieren, um im Jahr 2013 ein Handelsabkommen mit dem Land zu erzielen. Die Führung in Teheran hat eine Verwicklung in den Anschlag bestritten.

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