Das argentinische Unterhaus hat am frühen Freitag eine umstrittene Arbeitsmarktreform gebilligt. Die von dem libertären Präsidenten Javier Milei unterstützte Vorlage wurde
mit 135 zu 115 Stimmen angenommen. Argentinische Gewerkschaften hatten am Donnerstag mit einem landesweiten Streik gegen die Arbeitsmarktreform protestiert. Das Gesetz war bereits in der vergangenen Woche
vom Senat verabschiedet
worden. Da es jedoch im Unterhaus geändert wurde, muss es nun zur endgültigen Abstimmung erneut in den Senat. Der mächtige Gewerkschaftsdachverband CGT hatte für Donnerstag
zu einem
landesweiten Generalstreik aufgerufen. Das Gesetz zur
Arbeitsmarktsreform in Argentinien soll unter anderem Einstellungsvorschriften lockern, die Urlaubsregelungen ändern sowie die Ausweitung der Regelarbeitszeit von acht auf zwölf Stunden ermöglichen. Zudem soll das Streikrecht eingeschränkt werden, indem für bestimmte Sektoren ein verpflichtender Mindestbetrieb eingeführt wird. Auf
Druck der Gewerkschaften waren einige Punkte aus der Vorlage
gestrichen worden. Präsident Javier Milei will mit dem Gesetz nach eigenen Angaben Investitionen fördern und Bürokratie abbauen. Die aktuellen Vorschriften seien veraltet und behinderten das Wachstum, argumentiert der libertäre Präsident. Die Gewerkschaften fürchten dagegen eine Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten.