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Argentinien:Im Dunkeln

Präsident Macri wird nach dem Blackout einiges erklären müssen.

Wieso am Sonntag in Argentinien und Teilen seiner Nachbarländer der Strom ausgefallen ist, ist noch unklar. Sicher ist aber: Argentiniens Präsident Mauricio Macri kostet die Aufarbeitung des Blackouts einiges an Energie.

Denn wie andere Länder Lateinamerikas auch kämpft Argentinien mit einem kaum stillbaren Hunger nach Strom. Gleichzeitig wurde die Infrastruktur über Jahre hinweg systematisch vernachlässigt, Kapazitäten wurden nur schleppend ausgebaut. Macri war 2015 mit dem Versprechen angetreten, all das zu ändern. Er schaffte Subventionen ab und erhöhte drastisch die Strompreise. Es kam zu Massenprotesten, letztendlich akzeptierte die Mehrheit der Bevölkerung aber die Tariferhöhungen, stets in der Hoffnung, dass der Strom am Ende zwar teurer ist, immerhin aber verlässlich fließt.

Diese Hoffnung hat sich zerschlagen: Mitten im Winter saßen Millionen Argentinier in kalten, dunklen Wohnungen. Macri wird in den kommenden Tagen und Wochen erklären müssen, wie es zum größten Blackout der argentinischen Geschichte kommen konnte - vor allem aber auch, wohin das Geld geflossen ist, das die Argentinier jeden Monat für ihre Energiekosten bezahlen. Mit der bloßen Hoffnung, dass Strom aus ihren Steckdosen kommt, werden sie sich nicht mehr abspeisen lassen.